Cookie-Banner einrichten: In 30 Minuten zur DSGVO-Compliance
Jede WordPress-Website, die Google Analytics, YouTube-Videos oder Marketing-Tools einsetzt, braucht ein Cookie-Banner. Ohne Einwilligung Ihrer Besucher dürfen diese Dienste keine Cookies setzen. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen, wie Sie mit Real Cookie Banner ein DSGVO-konformes Cookie-Banner in WordPress einrichten. Schritt für Schritt, ohne Vorwissen, in weniger als 30 Minuten. Ich nutze Real Cookie Banner selbst bei meinen Kundenprojekten und erkläre Ihnen genau die Einstellungen, die wirklich wichtig sind.
⚠️ Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zu DSGVO-Anforderungen und Cookie-Richtlinien wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder Datenschutzbeauftragten. Die genannten Preise können sich ändern — prüfen Sie aktuelle Preise auf den Anbieter-Websites.
Brauchen Sie überhaupt ein Cookie-Banner?
Kurze Antwort: Ja, in den meisten Fällen. Die rechtliche Grundlage liefern zwei Gesetze: die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) und das TDDDG (Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutzgesetz, ehemals TTDSG). Nach § 25 TDDDG benötigen Sie eine Einwilligung, bevor Sie Informationen auf dem Endgerät Ihrer Besucher speichern oder auslesen — also bevor Cookies gesetzt werden.
Es gibt genau eine Ausnahme: Technisch notwendige Cookies dürfen ohne Einwilligung gesetzt werden. Das sind Cookies, die Ihre Website zum Funktionieren braucht, etwa für den Warenkorb oder die Sprachauswahl. Sobald Sie aber Google Analytics, YouTube-Einbettungen, Google Maps, Facebook Pixel oder ein anderes Tracking- oder Marketing-Tool einsetzen, brauchen Sie ein Cookie-Banner mit einer echten Einwilligungsoption.
Mein Schnell-Check für Sie: Nutzt Ihre WordPress-Seite eines der folgenden Plugins oder Dienste? Dann brauchen Sie ein Cookie-Banner: Google Analytics, Google Tag Manager, YouTube-Embeds, Google Maps, Facebook Pixel, Hotjar, Matomo (ohne cookiefreien Modus), Social-Media-Sharing-Buttons oder einen externen Kommentardienst wie Disqus.
Was kostet ein Cookie-Banner für WordPress?
Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Lösungen. Die drei etablierten Cookie-Banner-Plugins für WordPress sind Real Cookie Banner, Borlabs Cookie und Complianz. Hier ein Überblick der Kosten (Stand Februar 2026, alle Preise ohne Gewähr):
- Real Cookie Banner PRO: ab 59 € pro Jahr für eine Website (inkl. MwSt., ohne Gewähr). Kostenlose Basisversion mit eingeschränktem Funktionsumfang verfügbar. Die PRO-Version enthält über 160 Service-Vorlagen und einen automatischen Website-Scanner.
- Borlabs Cookie: ab 49 € pro Jahr für eine Website (zzgl. MwSt., ohne Gewähr). Keine kostenlose Version. Enthält über 350 vorgefertigte Service-Pakete und einen Setup-Assistenten.
- Complianz: Kostenlose Basisversion mit Cookie-Scanner und Cookie-Banner. Premium ab 59 USD pro Jahr für eine Website (ohne Gewähr). Gute Wahl für einfache Websites ohne viele externe Dienste.
Ich empfehle Real Cookie Banner, weil ich damit in der Praxis die besten Erfahrungen gemacht habe: Der Setup-Assistent ist durchdacht, die Service-Vorlagen sparen Zeit und der deutsche Support reagiert schnell. Aber auch Borlabs Cookie ist eine solide Wahl. Wenn Sie noch unsicher sind, hilft mein ausführlicher Vergleich der Cookie-Plugins 2026 bei der Entscheidung.
💡 Kostenlos oder Premium?
Für einfache Blogs und private Websites reicht die kostenlose Version von Complianz. Für Unternehmenswebsites mit Google Analytics, YouTube-Einbettungen oder Marketing-Tools empfehle ich ein Premium-Plugin: Der automatische Scanner allein spart Ihnen Stunden an manueller Konfiguration. Bei 49–59 € pro Jahr ist das eine überschaubare Investition zur Minimierung des Abmahnrisikos.
Real Cookie Banner einrichten: Schritt für Schritt
Im Folgenden zeige ich Ihnen die Einrichtung von Real Cookie Banner PRO. Die kostenlose Version funktioniert ähnlich, bietet aber weniger Vorlagen und keinen automatischen Scanner. Planen Sie etwa 20–30 Minuten ein.
Schritt 1: Plugin installieren und Lizenz aktivieren
Gehen Sie im WordPress-Backend zu Plugins > Installieren und suchen Sie nach "Real Cookie Banner". Installieren und aktivieren Sie das Plugin. Wenn Sie die PRO-Version gekauft haben, laden Sie die ZIP-Datei von devowl.io herunter und installieren Sie sie über Plugins > Installieren > Plugin hochladen. Aktivieren Sie anschließend Ihre Lizenz unter Cookies > Lizenz.
Schritt 2: Setup-Assistent durchlaufen
Nach der Aktivierung startet automatisch der Einrichtungsassistent. Er führt Sie durch die wichtigsten Grundeinstellungen: Sprache, Rechtsgrundlage (wählen Sie "DSGVO und TDDDG" für Deutschland) und die Verknüpfung mit Ihrem Impressum und Ihrer Datenschutzerklärung. Tragen Sie hier die korrekten URLs ein — das ist rechtlich wichtig, damit Ihre Besucher direkt aus dem Banner auf diese Seiten zugreifen können.
Schritt 3: Website scannen und Services anlegen
Gehen Sie zu Cookies > Scanner und starten Sie einen vollständigen Scan Ihrer Website. Real Cookie Banner erkennt automatisch, welche Dienste Cookies setzen — etwa Google Analytics, YouTube oder Google Fonts. Für jeden erkannten Dienst schlägt das Plugin eine passende Consent-Management-Vorlage vor. Übernehmen Sie die Vorlagen und passen Sie bei Bedarf die Beschreibungstexte an.
Schritt 4: Content Blocker einrichten
Unter Cookies > Content Blocker legen Sie fest, welche eingebetteten Inhalte vor der Einwilligung blockiert werden sollen. Das betrifft vor allem YouTube-Videos, Google Maps und Social-Media-Einbettungen. Real Cookie Banner zeigt statt des blockierten Inhalts einen Platzhalter mit einem Hinweis an. Sobald der Besucher zustimmt, wird der Inhalt nachgeladen. Ohne Content Blocker würden diese Dienste trotz fehlendem Consent Daten übertragen — und Ihr Banner wäre wirkungslos.
Schritt 5: Banner-Design anpassen
Unter Cookies > Banner passen Sie das Aussehen an Ihr Website-Design an. Achten Sie dabei auf einen zentralen Punkt: Die Buttons "Akzeptieren" und "Ablehnen" müssen gleichwertig gestaltet sein. Gleiche Größe, gleiche Farbstärke, keine versteckten Optionen. Alles andere kann abgemahnt werden. Seit dem BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, in Kraft seit 28. Juni 2025) sollte Ihr Banner außerdem per Tastatur bedienbar sein und einen ausreichenden Farbkontrast bieten. In meinem Ratgeber Barrierefreie Website erstellen erkläre ich die wichtigsten Anforderungen.
Die 3 wichtigsten Einstellungen nach der Installation
Nach dem Setup-Assistenten sollten Sie drei Einstellungen nochmal gezielt prüfen. Aus meiner Erfahrung werden genau diese am häufigsten vergessen oder falsch konfiguriert:
1. Google Consent Mode V2 aktivieren: Seit März 2024 verlangt Google, dass Consent-Signale im Consent-Mode-V2-Format übertragen werden. Ohne diese Einstellung verlieren Sie Conversion-Daten in Google Ads und sehen weniger Daten in Google Analytics. In Real Cookie Banner aktivieren Sie den Consent Mode unter Cookies > Einstellungen > Consent Mode. Das Plugin übergibt dann automatisch die Signale ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization an Google.
2. Widerrufsmöglichkeit einrichten: Ihre Besucher müssen jederzeit ihre Cookie-Einwilligung widerrufen können. Real Cookie Banner bietet dafür einen Shortcode oder ein Footer-Widget. Ich empfehle, einen Link "Cookie-Einstellungen" im Footer zu platzieren. So erfüllen Sie die DSGVO-Anforderung und Ihre Besucher finden die Option intuitiv.
3. JavaScript-Blocker für externe Scripts: Manche Tracking-Scripts werden nicht automatisch vom Scanner erkannt — etwa selbst eingebundene Cache-Busting-Scripts oder A/B-Testing-Tools. Prüfen Sie unter Cookies > Services, ob alle externen Scripts erfasst sind. Fehlt ein Dienst, legen Sie ihn manuell an.
✓ Quick-Check nach der Einrichtung
- Impressum und Datenschutzerklärung im Plugin verknüpft?
- Alle nicht-notwendigen Dienste (Analytics, YouTube, Maps) als Services angelegt?
- Content Blocker für eingebettete Inhalte aktiviert?
- Widerrufsmöglichkeit im Footer verlinkt?
- Banner-Design zu Ihrem Website-Design passend?
- Test im Inkognito-Modus bestanden?
So testen Sie, ob Ihr Cookie-Banner korrekt funktioniert
Ein Cookie-Banner, das nicht richtig funktioniert, ist schlimmer als keines — Sie wiegen sich in falscher Sicherheit. Testen Sie deshalb nach der Einrichtung gründlich. Öffnen Sie Ihre Website in einem Inkognito-Fenster (Strg+Shift+N in Chrome, Strg+Shift+P in Firefox). Nur so sehen Sie das Banner, als wären Sie ein neuer Besucher.
Klicken Sie auf "Ablehnen" und öffnen Sie dann die Browser-Entwicklertools mit F12. Wechseln Sie zum Tab "Application" (Chrome) oder "Storage" (Firefox) und prüfen Sie unter "Cookies", welche Cookies gesetzt wurden. Nach dem Ablehnen dürfen dort nur technisch notwendige Cookies stehen — kein _ga (Google Analytics), kein _fbp (Facebook Pixel), keine Marketing-Cookies.
Wiederholen Sie den Test: Laden Sie die Seite erneut im Inkognito-Modus und klicken Sie diesmal auf "Akzeptieren". Jetzt sollten die Tracking-Cookies erscheinen. Prüfen Sie außerdem, ob eingebettete YouTube-Videos und Google Maps erst nach dem Akzeptieren laden. Falls nach dem Ablehnen trotzdem Tracking-Cookies gesetzt werden, stimmt etwas mit Ihrem Content Blocker nicht. In meinem Ratgeber Cookie-Banner Probleme beheben finden Sie Lösungen für die häufigsten Fehler.
Häufig gestellte Fragen zum Cookie-Banner in WordPress
Die technischen Anleitungen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen erstellt, erfolgen jedoch auf eigenes Risiko. Für die rechtliche Bewertung Ihrer konkreten Situation wenden Sie sich an einen Fachanwalt für IT-Recht oder Datenschutzrecht.
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