Website-Umzug

E-Mails sind Geschäftskorrespondenz, Verträge und Erinnerungen. Beim Hoster-Wechsel gehen sie schneller verloren als gedacht – so sichern Sie alles.

Sie planen einen Hoster-Wechsel und möchten Ihre E-Mails beim Hosterwechsel sichern? Gute Entscheidung, denn genau hier passieren die meisten Fehler. Denn der E-Mail-Verlust beim Providerwechsel ist einer der häufigsten Gründe für Datenverlust bei einem Website-Umzug. Viele Websitebetreiber vergessen, dass E-Mail-Postfächer oft direkt auf dem Hosting-Server liegen. Wird der alte Vertrag gekündigt, bevor ein E-Mail-Backup erstellt wurde, sind Nachrichten, Anhänge und ganze Ordnerstrukturen unwiederbringlich weg. In diesem Artikel zeige ich Ihnen drei bewährte Methoden, mit denen Sie Ihr E-Mail-Konto umziehen und alle Nachrichten ohne Datenverlust auf den neuen Server übertragen.

Warum E-Mails beim Hoster-Wechsel verloren gehen

Die E-Mail-Migration ist der Bereich, in dem beim Providerwechsel am häufigsten Daten verloren gehen. Das liegt an einem einfachen Zusammenhang: Bei den meisten Hosting-Paketen liegen Website und E-Mail auf dem gleichen Server. Wird der alte Hosting-Vertrag gekündigt, löscht der Anbieter nach Ablauf der Vertragslaufzeit sämtliche Daten – inklusive aller E-Mail-Postfächer. Wer seine E-Mails nicht rechtzeitig vor dem Hosterwechsel sichert, steht vor einem leeren Postfach.

Ein weiteres Risiko entsteht durch die DNS-Propagation. Wenn Sie die MX-Records Ihrer Domain auf den neuen Server umstellen, dauert es in der Regel 24 bis 48 Stunden, in Einzelfällen bis zu 72 Stunden, bis alle Mailserver weltweit die Änderung übernommen haben. In dieser Übergangsphase gehen manche E-Mails an den alten Server, andere an den neuen. Ist der alte Server bereits abgeschaltet, gehen diese Nachrichten verloren. Der Schaden ist dann nicht mehr rückgängig zu machen.

Ein dritter, oft übersehener Punkt: Wer sein E-Mail-Konto mit dem POP3-Protokoll eingerichtet hat und die Option "Kopie auf Server belassen" nicht aktiviert hat, findet auf dem Server ein leeres Postfach vor. Die E-Mails existieren dann nur noch lokal auf dem Rechner – ein E-Mail-Postfach-Umzug vom Server ist in diesem Fall nicht möglich. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Sie IMAP oder POP3 nutzen.

⚠️ Warnung: Viele Hoster löschen alle E-Mails nach Vertragsende

Ihr Hoster ist nicht verpflichtet, Ihre Daten nach Vertragsende aufzubewahren. Die meisten Anbieter löschen sämtliche Inhalte – Website-Dateien, Datenbanken und E-Mail-Postfächer – innerhalb weniger Tage nach Ablauf. Sichern Sie Ihre E-Mails deshalb als Erstes, noch bevor Sie mit dem Website-Umzug beginnen.

E-Mail Verlust beim Hosterwechsel verhindern - Risiken und Sicherungsmethoden
E-Mail-Verlust beim Hoster-Wechsel: Wird der alte Server gekündigt, bevor die Postfächer gesichert sind, sind die Nachrichten unwiederbringlich weg.

Methode 1 – Lokales Backup mit E-Mail-Programm (empfohlen)

Die sicherste Methode, um E-Mails beim Hosterwechsel zu sichern, ist ein lokales E-Mail-Backup über ein E-Mail-Programm mit IMAP-Zugang. Dabei werden alle E-Mails vom Server auf Ihren Rechner heruntergeladen und können anschließend auf den neuen Server übertragen werden. Diese Methode ist als erster Schritt am zuverlässigsten.

Thunderbird (kostenlos, empfohlen): Richten Sie Ihr E-Mail-Konto per IMAP ein. Thunderbird synchronisiert automatisch alle Ordner und Nachrichten. Für eine dauerhafte Archivierung nutzen Sie das kostenlose Add-on ImportExportTools NG: Rechtsklick auf einen Ordner, dann "ImportExportTools NG" und "Ordner exportieren". Das Tool exportiert E-Mails im MBOX-Format, das Sie später problemlos wieder importieren können. So übertragen Sie Ihr E-Mail-Postfach von altem zu neuem Hoster ohne Datenverlust.

Outlook (Desktop-Version): Gehen Sie auf "Datei", dann "Öffnen und Exportieren" und wählen Sie "Importieren/Exportieren". Wählen Sie "In Datei exportieren" und dann "Outlook-Datendatei (.pst)". Die PST-Datei enthält alle E-Mails, Kontakte und Kalendereinträge. Sie können die Datei optional mit einem Passwort schützen.

Tool-Tipp: MailStore Home ist ein kostenloses Archivierungsprogramm, das ausschließlich für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch lizenziert ist. Es archiviert E-Mails aus verschiedenen Quellen (IMAP, POP3, Outlook, Thunderbird) in einem zentralen Archiv mit Volltextsuche – auch Anhänge sind durchsuchbar. Gerade bei einem umfangreichen E-Mail-Konto-Umzug ist das als zusätzliche Sicherheitskopie ideal geeignet. Für geschäftliche Nutzung bietet der Hersteller mit MailStore Server eine kommerzielle Variante an.

Methode 2 – E-Mails zu einem Zwischenkonto kopieren

Wenn Sie kein lokales Backup erstellen möchten oder zusätzliche Sicherheit wünschen, können Sie Ihre E-Mails über ein IMAP-fähiges Zwischenkonto sichern – zum Beispiel ein Gmail-Konto oder ein anderes kostenloses Webmail-Postfach. Diese Methode eignet sich besonders gut, um den E-Mail-Verlust beim Providerwechsel zu verhindern, wenn Sie kein E-Mail-Programm auf dem Rechner installiert haben.

So funktioniert die E-Mail-Übertragung: Richten Sie in Thunderbird oder Outlook sowohl Ihr altes E-Mail-Konto als auch das Zwischenkonto per IMAP ein. Markieren Sie alle E-Mails im alten Postfach und kopieren Sie diese per Drag-and-Drop in die Ordner des Zwischenkontos. Da beide Konten über IMAP verbunden sind, werden die E-Mails auf dem Server des Zwischenkontos gespeichert.

Nach dem Hoster-Wechsel richten Sie das neue E-Mail-Konto auf dem neuen Server ein und kopieren die E-Mails vom Zwischenkonto zurück. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn Sie von mehreren Geräten aus auf die Sicherungskopie zugreifen möchten. Beachten Sie: Bei großen Postfächern mit mehreren Gigabyte Daten kann der Kopiervorgang mehrere Stunden dauern.

E-Mail Backup beim Hoster-Wechsel - drei Methoden im Vergleich IMAP POP3 und Cloud
Drei Wege zur E-Mail-Sicherung: Lokales Backup, Zwischenkonto und dauerhafte Entkopplung – jede Methode hat ihre Stärken.

Methode 3 – E-Mail vom Hosting entkoppeln (Profi-Tipp)

Die langfristig beste Lösung: Trennen Sie E-Mail und Hosting dauerhaft voneinander. Statt Ihre E-Mail-Postfächer beim Webhoster zu betreiben, verlagern Sie den E-Mail-Dienst zu einem spezialisierten Anbieter. Beim nächsten Hoster-Wechsel ist Ihre E-Mail dann gar nicht mehr betroffen – das E-Mail-Konto umziehen entfällt komplett. Das BSI betont im Rahmen des E-Mail-Sicherheitsjahres 2025 die Bedeutung professioneller E-Mail-Infrastruktur, einschließlich SPF, DKIM und DMARC – die Entkopplung vom Webhosting erleichtert deren korrekte Einrichtung erheblich.

So funktioniert die Entkopplung: Sie ändern die MX-Records Ihrer Domain so, dass eingehende E-Mails nicht mehr an den Hosting-Server, sondern an den externen E-Mail-Dienst zugestellt werden. Website und E-Mail laufen dann auf getrennten Servern. Für die technische Einrichtung der E-Mail-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) finden Sie eine ausführliche Anleitung in meinem Artikel SPF, DKIM und DMARC einrichten. Zusätzlich stärken Sie damit die Sicherheit Ihrer Website, weil ein kompromittierter Webserver keinen Zugriff mehr auf Ihre E-Mail-Konten hat.

Empfehlenswerte Anbieter für externe E-Mail-Dienste:

  • Google Workspace – ab 6,80 EUR pro Nutzer und Monat im Jahrestarif (zzgl. MwSt.), 30 GB Speicher, Kalender, Videokonferenzen inklusive. Beachten Sie: Google ist ein US-Anbieter – für die DSGVO-konforme Nutzung ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) erforderlich.
  • Microsoft 365 Business Basic – ab 5,20 EUR pro Nutzer und Monat im Jahrestarif (zzgl. MwSt.), 50 GB E-Mail-Speicher, Teams und 1 TB OneDrive inklusive. Auch hier handelt es sich um einen US-Anbieter – ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist Pflicht.
  • mailbox.org – ab 1 EUR pro Nutzer und Monat (inkl. MwSt.), Server in Deutschland, DSGVO-konform, keine Abhängigkeit von US-Anbietern

💡 Profi-Tipp: E-Mail und Hosting trennen – ein für alle Mal

Wenn Sie Ihre E-Mail bei einem externen Dienst betreiben, ist der nächste Hosting-Wechsel in 10 Minuten erledigt: Website umziehen, DNS-Einträge anpassen, fertig. Die MX-Records bleiben unverändert, Ihre E-Mail-Zustellung wird nicht unterbrochen, und Sie müssen sich nie wieder um E-Mail-Migration kümmern. Für Geschäftskunden ist das die sinnvollste Lösung.

E-Mail und Hosting trennen - MX-Records auf externen E-Mail-Dienst umstellen
E-Mail und Hosting dauerhaft trennen: MX-Records zeigen auf den externen E-Mail-Dienst, die Website läuft unabhängig davon beim Webhoster.

Zeitplan – Wann was erledigen?

Die wichtigste Regel beim E-Mail-Postfach-Umzug: Nicht gleichzeitig alles ändern. Ein klarer Zeitplan verhindert, dass Nachrichten in der Übergangsphase verloren gehen. Hier ist ein bewährter 4-Wochen-Plan für den sicheren Hoster-Wechsel:

  • 4 Wochen vorher: Alle E-Mails lokal sichern (Methode 1 oder 2). Prüfen Sie, ob Sie IMAP oder POP3 nutzen. Erstellen Sie eine Liste aller E-Mail-Adressen und Weiterleitungen, die auf dem alten Server eingerichtet sind.
  • 2 Wochen vorher: Neues Hosting einrichten und E-Mail-Konten anlegen. Verwenden Sie die gleichen E-Mail-Adressen wie auf dem alten Server. Vergessen Sie nicht: Aliase (info@, kontakt@, buchhaltung@) müssen ebenfalls angelegt werden. Prüfen Sie außerdem, ob das SSL-Zertifikat für den neuen Server eingerichtet ist – eine Anleitung finden Sie unter Let's Encrypt automatisch verlängern.
  • Am Tag des Umzugs: MX-Records auf den neuen Server umstellen. TTL-Wert vorher auf 300 Sekunden senken (Details in meinem Artikel zur DNS-Propagation). SPF, DKIM und DMARC aktualisieren – eine vollständige Anleitung finden Sie im Artikel SPF, DKIM und DMARC einrichten.
  • 1–2 Wochen danach: Beide Postfächer täglich prüfen (altes und neues Konto). E-Mails können in der Übergangsphase an beiden Servern ankommen. Den alten Hosting-Vertrag erst kündigen, wenn mindestens 2 Wochen lang alle E-Mails zuverlässig am neuen Server ankommen.

📋 4-Wochen-Plan für die sichere E-Mail-Migration

  • Woche 1: Lokales E-Mail-Backup erstellen (Thunderbird + ImportExportTools NG oder Outlook-PST-Export)
  • Woche 2–3: Neues Hosting buchen, E-Mail-Konten und Aliase einrichten, Passwörter dokumentieren
  • Woche 3–4: MX-Records umstellen, SPF/DKIM aktualisieren, beide Postfächer überwachen
  • Nach 2 Wochen fehlerfrei: Alten Vertrag kündigen (nicht vorher!)

Für technisch versierte Anwender: Das Kommandozeilen-Tool imapsync ermöglicht eine direkte Server-zu-Server-Migration per IMAP. Es kopiert E-Mails vom alten zum neuen Server, behält dabei Ordnerstruktur, Gelesen-/Ungelesen-Status und Zeitstempel bei und kann inkrementell laufen – also nur neue Nachrichten übertragen. Bei einem umfangreichen E-Mail-Konto-Umzug mit Tausenden Nachrichten ist das deutlich schneller als der manuelle Weg über ein E-Mail-Programm. Für professionelle E-Mail-Migrationen ist imapsync das Standardwerkzeug.

Häufig gestellte Fragen zur E-Mail-Sicherung beim Hosterwechsel

Nicht automatisch, aber wenn Sie nichts unternehmen: ja. Ihr alter Hoster löscht die Daten nach Vertragsende. Sichern Sie deshalb vorher alle E-Mails lokal – am besten per IMAP mit Thunderbird oder als PST-Export in Outlook.
Webmail bietet in der Regel keine Export-Funktion für alle E-Mails gleichzeitig. Nutzen Sie stattdessen ein E-Mail-Programm (Thunderbird, Outlook) mit IMAP-Zugang für eine vollständige Sicherung aller Ordner und Nachrichten.
In der Übergangsphase können E-Mails entweder beim alten oder beim neuen Server ankommen – je nachdem, welchen MX-Record der sendende Mailserver gerade gespeichert hat. Prüfen Sie deshalb 1 bis 2 Wochen lang beide Postfächer.
Für Geschäftskunden empfehle ich die Trennung: E-Mail bei einem spezialisierten Anbieter (Google Workspace, Microsoft 365 oder mailbox.org), Hosting separat. So ist Ihre E-Mail beim nächsten Hoster-Wechsel nicht mehr betroffen und Sie profitieren von professionellen Spam-Filtern und höherer Verfügbarkeit.
Ja. Wenn sich die Server-IP ändert, müssen die SPF-Records aktualisiert werden. DKIM-Schlüssel müssen auf dem neuen Server neu generiert werden. Ohne diese Anpassungen landen Ihre ausgehenden E-Mails möglicherweise im Spam-Ordner des Empfängers. Eine vollständige Anleitung finden Sie in meinem Artikel SPF, DKIM und DMARC einrichten.
Die reine Datensicherung (lokales Backup) dauert bei einem typischen Postfach mit 5–10 GB etwa 1–3 Stunden. Die MX-Record-Umstellung selbst ist in wenigen Minuten erledigt, aber die DNS-Propagation benötigt in der Regel 24 bis 48 Stunden, in Einzelfällen bis zu 72 Stunden. Planen Sie insgesamt 4 Wochen ein: 2 Wochen Vorbereitung und 2 Wochen Überlappungsphase, in der Sie beide Postfächer überwachen.
Die Kosten hängen von der Anzahl der Postfächer und dem Datenvolumen ab. Für ein einzelnes E-Mail-Konto ist die Sicherung mit den hier beschriebenen Methoden komplett kostenlos. Bei komplexeren Setups mit mehreren Domains und dutzenden Postfächern empfehle ich professionelle Unterstützung. Kontaktieren Sie mich für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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⚖️ Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle IT-Beratung. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit. E-Mail-Konfigurationen variieren je nach Hoster, Domain-Registrar und verwendetem E-Mail-Dienst – die hier beschriebenen Schritte können im Einzelfall abweichen. Preisangaben beziehen sich auf den Stand Februar 2026 und können sich jederzeit ändern: Google Workspace und Microsoft 365 verstehen sich zzgl. MwSt. (Netto-Preise laut Anbieter), mailbox.org-Preise verstehen sich inkl. MwSt. (Brutto-Preise laut Anbieter). Für verbindliche Preisauskünfte prüfen Sie bitte die jeweilige Anbieter-Website. Bei komplexen Setups (Multi-Domain, Exchange-Migration, verschlüsselte E-Mails) empfehle ich die Unterstützung durch einen spezialisierten IT-Dienstleister.

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