WordPress Anleitung

Website-Sicherung ohne Stress

Ein fehlerhaftes Plugin-Update, ein Hackerangriff oder ein Serverausfall: Ohne aktuelles Backup kann Ihre WordPress-Website innerhalb von Sekunden verloren sein. Ich zeige Ihnen, wie Sie Ihre Website richtig sichern und im Ernstfall schnell wiederherstellen.

Veröffentlicht am 25. Januar 2026 WordPress

Das passiert, wenn Sie kein WordPress Backup haben

Stellen Sie sich vor: Sie aktualisieren ein Plugin und plötzlich zeigt Ihre Website nur noch eine weiße Seite. Oder schlimmer noch: Ihre gesamte Datenbank wurde durch Schadsoftware verschlüsselt. Ohne Backup bedeutet das oft Wochen Arbeit, um Inhalte wiederherzustellen. Im schlimmsten Fall sind Daten unwiederbringlich verloren.

Ich habe in meiner Berufspraxis schon viele WordPress-Websites repariert. Die häufigsten Ursachen für Datenverlust sind Plugin-Konflikte nach Updates, PHP-Versionswechsel beim Hoster, Hackerangriffe und menschliche Fehler. Gerade bei einem Hack ist ein sauberes Backup oft die schnellste Rettung – wie Sie eine kompromittierte Website erkennen und bereinigen, zeige ich im Ratgeber Website gehackt: Malware erkennen und entfernen. Mit einer durchdachten WordPress Backup-Strategie schlafen Sie deutlich ruhiger.

WordPress Backup erstellen - Datensicherung als Schutz vor Datenverlust
Regelmäßige Backups schützen Ihre WordPress-Website vor unvorhergesehenen Problemen

Was gehört zu einem vollständigen Backup?

Ein vollständiges WordPress Backup besteht aus zwei Komponenten, die beide gesichert werden müssen. Nur wer beide Teile sichert, kann seine Website im Ernstfall vollständig wiederherstellen:

  • Dateien: Der gesamte WordPress-Ordner inklusive Themes, Plugins und vor allem der wp-content/uploads-Ordner mit allen Medien. Tipp: Die WordPress-Core-Dateien (wp-admin, wp-includes) können Sie optional ausschließen – diese lassen sich jederzeit von wordpress.org neu herunterladen, was Speicherplatz spart.
  • Datenbank: Die MySQL-Datenbank mit Beiträgen, Seiten, Kommentaren, Benutzerkonten und allen Einstellungen

Nur wenn beide Teile gesichert sind, können Sie Ihre Website vollständig wiederherstellen. Viele Hoster bieten zwar automatische Server-Backups an, doch diese sind oft nicht tagesaktuell oder im Notfall schwer zugänglich. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Hoster-Backups – erstellen Sie eigene Backups, auf die Sie jederzeit Zugriff haben.

Die 3 besten WordPress Backup-Plugins im Vergleich

Backup-Plugins automatisieren die Sicherung und speichern Ihre Daten direkt in der Cloud. So haben Sie selbst bei einem kompletten Serverausfall Zugriff auf Ihre Backups.

UpdraftPlus: Der Allrounder für Einsteiger

Mit über 3 Millionen aktiven Installationen (Stand Januar 2026) ist UpdraftPlus das beliebteste WordPress Backup Plugin. Bereits die kostenlose Version bietet automatische Backups nach Zeitplan und Speicherung auf Cloud-Diensten wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3. Die Premium-Version (ab ca. 70 US-Dollar/Jahr, entspricht ca. 64 EUR zzgl. MwSt., Stand Januar 2026) fügt inkrementelle Backups und mehr Speicheroptionen hinzu.

Duplicator: Ideal für Entwickler und Website-Umzüge

Duplicator (Einführungspreis ab ca. 50 US-Dollar/Jahr, regulärer Preis höher, zzgl. MwSt., Stand Januar 2026) ist besonders bei Entwicklern beliebt, die regelmäßig WordPress Backups erstellen. Die Stärke: Sie können mit Duplicator nicht nur Backups erstellen, sondern Websites auch einfach auf einen neuen Server migrieren. Ein weiterer Vorteil: Die Wiederherstellung funktioniert auch ohne WordPress-Zugang. Bei einem komplett defekten WordPress können Sie per FTP das Backup hochladen und wiederherstellen.

BackWPup: Kostenlos mit starken Scheduling-Optionen

BackWPup bietet bereits in der kostenlosen Version sehr gute Scheduling-Optionen für automatische WordPress Backups. Sie können Dateien und Datenbank getrennt sichern und auf verschiedenen Cloud-Diensten speichern. Die Pro-Version (ab 59 EUR/Jahr für eine Website, 29 EUR Verlängerung, inkl. MwSt., Stand Januar 2026) bringt Verschlüsselung für DSGVO-konforme Cloud-Backups und besseren Support.

WordPress Backup erstellen mit UpdraftPlus - Plugin-Dashboard zeigt automatische Sicherungsoptionen
Backup-Plugins wie UpdraftPlus automatisieren die Sicherung und speichern in der Cloud
Feature UpdraftPlus Duplicator BackWPup
Kostenlose Cloud-Speicherung Ja (Google Drive, Dropbox)* Nur Premium Ja (FTP, Dropbox)*
Automatische Zeitpläne (Free) Ja Nein Ja
1-Klick-Wiederherstellung Ja Ja (auch ohne WP) Standalone App (Pro)
Website-Migration Nur Premium Ja (Kernfunktion) Nein
Preis Premium (ca.) ab 70 USD/Jahr ab 50 USD/Jahr** ab 59 EUR/Jahr

* DSGVO beachten bei US-Cloud-Diensten (siehe Hinweis oben) | ** Einführungspreis, Verlängerung teurer | Alle Preise ohne Gewähr, Stand Januar 2026

Meine Einschätzung: Nach meiner Erfahrung ist UpdraftPlus für die meisten Website-Betreiber eine gute Wahl, um ein WordPress Backup zu erstellen. Die kostenlose Version reicht für regelmäßige Backups oft aus. Entwickler und Agenturen, die häufig Websites umziehen, profitieren von Duplicator. Prüfen Sie, welches Plugin am besten zu Ihren Anforderungen passt.

WordPress Backup manuell erstellen (ohne Plugin)

Wenn Sie keinen Zugang zum WordPress-Backend haben oder auf Plugins verzichten möchten, können Sie WordPress Backups auch manuell erstellen. Diese Methode erfordert etwas mehr Aufwand, funktioniert aber zuverlässig.

Schritt 1: WordPress-Dateien per SFTP sichern

  • SFTP-Programm starten: Verbinden Sie sich mit einem Programm wie FileZilla, Cyberduck oder WinSCP per SFTP (sicherer als FTP) mit Ihrem Webspace
  • WordPress-Ordner markieren: Wählen Sie den kompletten WordPress-Ordner (meist public_html oder www)
  • Herunterladen: Laden Sie alle Dateien auf Ihren lokalen Computer herunter

Schritt 2: MySQL-Datenbank mit phpMyAdmin exportieren

  • phpMyAdmin öffnen: Loggen Sie sich bei Ihrem Hoster ein und öffnen Sie phpMyAdmin
  • Datenbank auswählen: Klicken Sie links auf Ihre WordPress-Datenbank
  • Exportieren: Klicken Sie auf "Exportieren" und wählen Sie das SQL-Format
  • Speichern: Laden Sie die SQL-Datei herunter

Die 3-2-1 Regel: Der Goldstandard für WordPress Backups

Die 3-2-1 Regel ist ein Branchenstandard für sichere Datensicherung und sollte die Grundlage jeder WordPress Backup-Strategie sein. Bei konsequenter Anwendung kann sie das Risiko eines totalen Datenverlusts erheblich reduzieren:

  • 3 Kopien: Bewahren Sie mindestens drei Kopien Ihrer Daten auf (Live-Website + 2 Backups)
  • 2 verschiedene Medien: Nutzen Sie unterschiedliche Speichertypen (z.B. Cloud-Speicher + lokale Festplatte)
  • 1 Offsite-Kopie: Lagern Sie mindestens eine Kopie an einem anderen Ort (Cloud oder physisch getrennt)
3-2-1 Backup Regel visualisiert - drei Kopien, zwei Medien, ein Offsite-Backup
Die 3-2-1 Backup-Regel: Drei Kopien, zwei Medientypen, ein Offsite-Backup

Praktisch umgesetzt könnte Ihre Backup-Strategie so aussehen: Die Live-Website läuft auf dem Server Ihres Hosters. UpdraftPlus erstellt täglich ein automatisches WordPress Backup auf einem Cloud-Speicher (bei US-Diensten wie Google Drive: Verschlüsselung aktivieren oder EU-Alternative nutzen). Zusätzlich laden Sie einmal pro Woche ein Backup auf eine externe Festplatte herunter.

Erweiterte Variante – die 3-2-1-1-0 Regel: Für noch besseren Schutz gegen Ransomware gibt es die erweiterte 3-2-1-1-0 Regel. Die zusätzliche "1" steht für eine Offline-Kopie (Air Gap), die nicht über das Netzwerk erreichbar ist. Die "0" bedeutet: Null Fehler durch regelmäßige Backup-Tests. Für die meisten WordPress-Websites ist die klassische 3-2-1 Regel bereits ein sehr gutes Fundament.

WordPress Backup wiederherstellen: 3 Methoden im Überblick

Die Wiederherstellung Ihres WordPress Backups hängt von der gewählten Backup-Methode ab. Bei Plugins wie UpdraftPlus ist der Prozess denkbar einfach:

  • UpdraftPlus: Im WordPress-Backend unter Einstellungen > UpdraftPlus finden Sie alle gespeicherten Backups. Ein Klick auf "Wiederherstellen" startet den Prozess.
  • Duplicator: Bei einem komplett defekten WordPress laden Sie das Archiv und die Installer-Datei per FTP hoch und rufen installer.php im Browser auf.
  • Manuell: Laden Sie alle Dateien per FTP hoch und importieren Sie die SQL-Datei über phpMyAdmin.

Wichtig: Bevor Sie ein WordPress Backup einspielen, sollten Sie (wenn möglich) ein Backup des aktuellen Zustands erstellen. Falls die Wiederherstellung fehlschlägt, können Sie so zumindest zur vorherigen Version zurückkehren. Warum Backups besonders nach einem Hack wichtig sind und wie Sie ein sauberes Backup identifizieren, erkläre ich im Artikel Website nach Hack wiederherstellen: Backup richtig einspielen.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zu WordPress Backups

Wie oft sollte ich ein WordPress Backup erstellen?

Die Backup-Frequenz hängt von der Aktivität Ihrer Website ab. Bei Blogs mit wöchentlichen Beiträgen reicht oft ein wöchentliches Backup. Online-Shops oder Websites mit täglichen Änderungen (Bestellungen, Kundenkonten) benötigen tägliche oder sogar stündliche Backups. Grundregel: Je höher der Wert der Daten, desto häufiger sollten Sie sichern. Vor jedem größeren Update sollten Sie zusätzlich ein manuelles Backup erstellen.

Was ist in einem vollständigen WordPress Backup enthalten?

Ein vollständiges WordPress Backup besteht aus zwei Teilen: Den Dateien (WordPress-Core, Themes, Plugins, Uploads im wp-content Ordner) und der MySQL-Datenbank (Beiträge, Seiten, Kommentare, Einstellungen). Nur wenn beide gesichert sind, können Sie Ihre Website vollständig wiederherstellen.

Welches WordPress Backup Plugin ist das beste?

UpdraftPlus ist mit über 3 Millionen aktiven Installationen das beliebteste Backup-Plugin. Die kostenlose Version bietet bereits Cloud-Speicherung (Google Drive, Dropbox). Für Entwickler eignet sich Duplicator besonders gut, da es auch Migrations-Funktionen bietet. BackWPup punktet mit guten Scheduling-Optionen in der kostenlosen Version.

Was bedeutet die 3-2-1 Backup Regel?

Die 3-2-1 Regel ist ein Branchenstandard für sichere Datensicherung: Erstellen Sie mindestens 3 Kopien Ihrer Daten, speichern Sie diese auf mindestens 2 verschiedenen Medientypen und bewahren Sie mindestens 1 Kopie an einem anderen Ort (offsite) auf. So schützen Sie sich gegen Hardware-Ausfälle, Ransomware und lokale Katastrophen.

Kann ich ein Backup ohne Plugin erstellen?

Ja, Sie können Backups manuell erstellen. Laden Sie alle Dateien per FTP oder über den Dateimanager Ihres Hosters herunter. Die Datenbank exportieren Sie über phpMyAdmin als SQL-Datei. Diese Methode erfordert mehr Aufwand, funktioniert aber auch wenn Sie keinen Zugang zum WordPress-Backend haben.

Warum sollte ich Backups nicht nur auf dem Server speichern?

Backups nur auf dem Server zu speichern ist riskant: Bei einem Serverausfall, Hack oder Ransomware-Angriff verlieren Sie sowohl die Website als auch die Backups. Nutzen Sie externe Speicherorte wie Cloud-Speicher (bei US-Diensten wie Google Drive oder Dropbox: DSGVO beachten und Backups verschlüsseln) oder EU-basierte Alternativen. Idealerweise auch eine lokale Kopie auf Ihrem Computer.

Wie stelle ich ein WordPress Backup wieder her?

Die Wiederherstellung hängt von der Backup-Methode ab. Bei Plugins wie UpdraftPlus nutzen Sie die integrierte Restore-Funktion im WordPress-Backend. Bei manuellen Backups laden Sie die Dateien per FTP hoch und importieren die Datenbank über phpMyAdmin. Wichtig: Testen Sie die Wiederherstellung regelmäßig, bevor Sie sie im Ernstfall brauchen.

Über den Autor

Sascha Fix ist PHP-Entwickler und SEO-Spezialist aus Witzeeze in Schleswig-Holstein und betreut kleine und mittlere Unternehmen. Für Webentwicklung begeistert er sich seit 1999, hauptberuflich arbeitet er als Entwickler, nebenberuflich selbstständig. Mehr über mich.

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Sascha Fix, Webentwickler aus Witzeeze in Schleswig-Holstein

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