Website-Sicherung ohne Stress
Ein fehlerhaftes Plugin-Update, ein Hackerangriff oder ein Serverausfall: Ohne aktuelles Backup kann Ihre WordPress-Website innerhalb von Sekunden verloren sein. Ich zeige Ihnen, wie Sie Ihre Website richtig sichern und im Ernstfall schnell wiederherstellen.
Das passiert, wenn Sie kein WordPress Backup haben
Stellen Sie sich vor: Sie aktualisieren ein Plugin und plötzlich zeigt Ihre Website nur noch eine weiße Seite. Oder schlimmer noch: Ihre gesamte Datenbank wurde durch Schadsoftware verschlüsselt. Ohne Backup bedeutet das oft Wochen Arbeit, um Inhalte wiederherzustellen. Im schlimmsten Fall sind Daten unwiederbringlich verloren.
Ich habe in meiner Berufspraxis schon viele WordPress-Websites repariert. Die häufigsten Ursachen für Datenverlust sind Plugin-Konflikte nach Updates, PHP-Versionswechsel beim Hoster, Hackerangriffe und menschliche Fehler. Mit einer durchdachten WordPress Backup-Strategie schlafen Sie deutlich ruhiger.
Was gehört zu einem vollständigen Backup?
Ein vollständiges WordPress Backup besteht aus zwei Komponenten, die beide gesichert werden müssen. Nur wer beide Teile sichert, kann seine Website im Ernstfall vollständig wiederherstellen:
- Dateien: Der gesamte WordPress-Ordner inklusive Themes, Plugins und vor allem der wp-content/uploads-Ordner mit allen Medien. Tipp: Die WordPress-Core-Dateien (wp-admin, wp-includes) können Sie optional ausschließen – diese lassen sich jederzeit von wordpress.org neu herunterladen, was Speicherplatz spart.
- Datenbank: Die MySQL-Datenbank mit Beiträgen, Seiten, Kommentaren, Benutzerkonten und allen Einstellungen
Nur wenn beide Teile gesichert sind, können Sie Ihre Website vollständig wiederherstellen. Viele Hoster bieten zwar automatische Server-Backups an, doch diese sind oft nicht tagesaktuell oder im Notfall schwer zugänglich. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Hoster-Backups – erstellen Sie eigene Backups, auf die Sie jederzeit Zugriff haben.
💡 Tipp: Backup vor jedem Update
Die 3 besten WordPress Backup-Plugins im Vergleich
Backup-Plugins automatisieren die Sicherung und speichern Ihre Daten direkt in der Cloud. So haben Sie selbst bei einem kompletten Serverausfall Zugriff auf Ihre Backups.
UpdraftPlus: Der Allrounder für Einsteiger
Mit über 3 Millionen aktiven Installationen (Stand Januar 2026) ist UpdraftPlus das beliebteste WordPress Backup Plugin. Bereits die kostenlose Version bietet automatische Backups nach Zeitplan und Speicherung auf Cloud-Diensten wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3. Die Premium-Version (ab ca. 70 US-Dollar/Jahr, entspricht ca. 64 EUR zzgl. MwSt., Stand Januar 2026) fügt inkrementelle Backups und mehr Speicheroptionen hinzu.
⚠️ DSGVO-Hinweis: Cloud-Speicher außerhalb der EU
Duplicator: Ideal für Entwickler und Website-Umzüge
Duplicator (Einführungspreis ab ca. 50 US-Dollar/Jahr, regulärer Preis höher, zzgl. MwSt., Stand Januar 2026) ist besonders bei Entwicklern beliebt, die regelmäßig WordPress Backups erstellen. Die Stärke: Sie können mit Duplicator nicht nur Backups erstellen, sondern Websites auch einfach auf einen neuen Server migrieren. Ein weiterer Vorteil: Die Wiederherstellung funktioniert auch ohne WordPress-Zugang. Bei einem komplett defekten WordPress können Sie per FTP das Backup hochladen und wiederherstellen.
BackWPup: Kostenlos mit starken Scheduling-Optionen
BackWPup bietet bereits in der kostenlosen Version sehr gute Scheduling-Optionen für automatische WordPress Backups. Sie können Dateien und Datenbank getrennt sichern und auf verschiedenen Cloud-Diensten speichern. Die Pro-Version (ab 59 EUR/Jahr für eine Website, 29 EUR Verlängerung, inkl. MwSt., Stand Januar 2026) bringt Verschlüsselung für DSGVO-konforme Cloud-Backups und besseren Support.
| Feature | UpdraftPlus | Duplicator | BackWPup |
|---|---|---|---|
| Kostenlose Cloud-Speicherung | Ja (Google Drive, Dropbox)* | Nur Premium | Ja (FTP, Dropbox)* |
| Automatische Zeitpläne (Free) | Ja | Nein | Ja |
| 1-Klick-Wiederherstellung | Ja | Ja (auch ohne WP) | Standalone App (Pro) |
| Website-Migration | Nur Premium | Ja (Kernfunktion) | Nein |
| Preis Premium (ca.) | ab 70 USD/Jahr | ab 50 USD/Jahr** | ab 59 EUR/Jahr |
* DSGVO beachten bei US-Cloud-Diensten (siehe Hinweis oben) | ** Einführungspreis, Verlängerung teurer | Alle Preise ohne Gewähr, Stand Januar 2026
Meine Einschätzung: Nach meiner Erfahrung ist UpdraftPlus für die meisten Website-Betreiber eine gute Wahl, um ein WordPress Backup zu erstellen. Die kostenlose Version reicht für regelmäßige Backups oft aus. Entwickler und Agenturen, die häufig Websites umziehen, profitieren von Duplicator. Prüfen Sie, welches Plugin am besten zu Ihren Anforderungen passt.
WordPress Backup manuell erstellen (ohne Plugin)
Wenn Sie keinen Zugang zum WordPress-Backend haben oder auf Plugins verzichten möchten, können Sie WordPress Backups auch manuell erstellen. Diese Methode erfordert etwas mehr Aufwand, funktioniert aber zuverlässig.
Schritt 1: WordPress-Dateien per SFTP sichern
- SFTP-Programm starten: Verbinden Sie sich mit einem Programm wie FileZilla, Cyberduck oder WinSCP per SFTP (sicherer als FTP) mit Ihrem Webspace
- WordPress-Ordner markieren: Wählen Sie den kompletten WordPress-Ordner (meist public_html oder www)
- Herunterladen: Laden Sie alle Dateien auf Ihren lokalen Computer herunter
Schritt 2: MySQL-Datenbank mit phpMyAdmin exportieren
- phpMyAdmin öffnen: Loggen Sie sich bei Ihrem Hoster ein und öffnen Sie phpMyAdmin
- Datenbank auswählen: Klicken Sie links auf Ihre WordPress-Datenbank
- Exportieren: Klicken Sie auf "Exportieren" und wählen Sie das SQL-Format
- Speichern: Laden Sie die SQL-Datei herunter
⚠️ Wichtig: Datenbank-Name in wp-config.php
define('DB_NAME', 'datenbankname');.
💡 Tipp: Backup als Archiv speichern
backup-2026-01-25.zip.
Die 3-2-1 Regel: Der Goldstandard für WordPress Backups
Die 3-2-1 Regel ist ein Branchenstandard für sichere Datensicherung und sollte die Grundlage jeder WordPress Backup-Strategie sein. Bei konsequenter Anwendung kann sie das Risiko eines totalen Datenverlusts erheblich reduzieren:
- 3 Kopien: Bewahren Sie mindestens drei Kopien Ihrer Daten auf (Live-Website + 2 Backups)
- 2 verschiedene Medien: Nutzen Sie unterschiedliche Speichertypen (z.B. Cloud-Speicher + lokale Festplatte)
- 1 Offsite-Kopie: Lagern Sie mindestens eine Kopie an einem anderen Ort (Cloud oder physisch getrennt)
Praktisch umgesetzt könnte Ihre Backup-Strategie so aussehen: Die Live-Website läuft auf dem Server Ihres Hosters. UpdraftPlus erstellt täglich ein automatisches WordPress Backup auf einem Cloud-Speicher (bei US-Diensten wie Google Drive: Verschlüsselung aktivieren oder EU-Alternative nutzen). Zusätzlich laden Sie einmal pro Woche ein Backup auf eine externe Festplatte herunter.
Erweiterte Variante – die 3-2-1-1-0 Regel: Für noch besseren Schutz gegen Ransomware gibt es die erweiterte 3-2-1-1-0 Regel. Die zusätzliche "1" steht für eine Offline-Kopie (Air Gap), die nicht über das Netzwerk erreichbar ist. Die "0" bedeutet: Null Fehler durch regelmäßige Backup-Tests. Für die meisten WordPress-Websites ist die klassische 3-2-1 Regel bereits ein sehr gutes Fundament.
🎯 Pro-Tipp: Backups testen!
🔒 DSGVO-Tipp: Backups verschlüsseln
WordPress Backup wiederherstellen: 3 Methoden im Überblick
Die Wiederherstellung Ihres WordPress Backups hängt von der gewählten Backup-Methode ab. Bei Plugins wie UpdraftPlus ist der Prozess denkbar einfach:
- UpdraftPlus: Im WordPress-Backend unter Einstellungen > UpdraftPlus finden Sie alle gespeicherten Backups. Ein Klick auf "Wiederherstellen" startet den Prozess.
- Duplicator: Bei einem komplett defekten WordPress laden Sie das Archiv und die Installer-Datei per FTP hoch und rufen installer.php im Browser auf.
- Manuell: Laden Sie alle Dateien per FTP hoch und importieren Sie die SQL-Datei über phpMyAdmin.
Wichtig: Bevor Sie ein WordPress Backup einspielen, sollten Sie (wenn möglich) ein Backup des aktuellen Zustands erstellen. Falls die Wiederherstellung fehlschlägt, können Sie so zumindest zur vorherigen Version zurückkehren. Weitere Tipps finden Sie in unserem WordPress-Blog.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zu WordPress Backups
⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Datenschutzberatung. Alle technischen Anleitungen erfolgen auf eigenes Risiko. Die genannten Preise können sich ändern – prüfen Sie aktuelle Preise auf den Anbieter-Websites. Bei Fragen zur DSGVO-konformen Speicherung von Backups wenden Sie sich an einen Datenschutzbeauftragten. Bei technischer Unsicherheit wenden Sie sich an einen Fachmann.
Website-Probleme? Ich helfe Ihnen!
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