„Diese Seite funktioniert nicht“ – die Redirect-Schleife gehört zu den häufigsten Problemen nach einem Server-Wechsel.
Sie haben Ihre Website auf einen neuen Hoster umgezogen – und plötzlich zeigt der Browser nur noch ERR_TOO_MANY_REDIRECTS – too many redirects. Die Seite lädt nicht, Besucher sehen eine Fehlermeldung, und Google kann Ihre Inhalte nicht mehr crawlen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich eine Redirect-Schleife in wenigen Minuten beheben. Die Ursache liegt fast immer in widersprüchlichen Weiterleitungsregeln, die nach dem Umzug kollidieren. In diesem Artikel zeige ich Ihnen die fünf häufigsten Ursachen nach einem Website-Umzug – mit konkreten Lösungen, Code-Beispielen und einer Checkliste, damit Ihre Website schnell wieder erreichbar ist. Falls Sie den Umzug selbst noch planen, finden Sie die vollständige Anleitung in meinem Ratgeber: Website umziehen – Hoster wechseln.
Was ist eine Redirect-Schleife – und warum tritt sie nach dem Umzug auf?
Eine Redirect-Schleife (auch Weiterleitungsschleife, Umleitungsfehler oder Redirect Loop) entsteht, wenn eine Seite auf eine andere weiterleitet – und diese wiederum zurück auf die erste. Seite A schickt den Browser zu Seite B, Seite B schickt ihn zurück zu Seite A. Das wiederholt sich endlos, bis der Browser nach etwa 20 Durchläufen abbricht und die Fehlermeldung ERR_TOO_MANY_REDIRECTS anzeigt.
Nach einem Website-Umzug ist dieses Problem besonders häufig. Der Grund: Auf dem neuen Server treffen alte Weiterleitungsregeln auf eine neue Konfiguration. Was vorher harmonierte, widerspricht sich jetzt. Typische Konstellationen sind:
- Der alte Hoster hat HTTPS per Server-Konfiguration erzwungen – und die .htaccess enthält eine eigene HTTPS-Weiterleitung
- Die DNS-Einstellungen zeigen auf den neuen Server, aber die Website-Konfiguration referenziert noch die alte Domain
- Ein CDN wie Cloudflare steht dazwischen und erstellt zusätzliche Redirects
So erkennen Sie den Fehler: Chrome und Edge zeigen ERR_TOO_MANY_REDIRECTS (too many redirects), Firefox meldet „Die Seite leitet nicht richtig weiter“ und Safari zeigt „Safari kann die Seite nicht öffnen, da zu viele Umleitungen auftraten“. Alle gängigen Browser brechen nach etwa 20 Weiterleitungen ab. Bei .htaccess-basierten Ursachen tritt der Fehler in der Regel auf allen Unterseiten gleichzeitig auf.
Wichtig: Ein solcher Umleitungsfehler betrifft nicht nur Ihre Besucher. Auch der Googlebot kann Ihre Seiten nicht mehr erreichen. Wenn das Problem länger besteht, werden die betroffenen URLs aus dem Google-Index entfernt. Die gute Nachricht: Nach der Behebung erholen sich die Rankings in der Regel innerhalb weniger Tage. Wenn Sie nach einem Hack mit Google-Warnungen kämpfen, ist das ein anderes Problem – dazu mehr im Artikel Google-Blacklist nach Hack entfernen.
Schnelle Erste Hilfe: Browser-Cache und Cookies löschen
Bevor Sie an der Server-Konfiguration schrauben: Prüfen Sie, ob das Problem überhaupt noch existiert. Veraltete Cookies und Cache-Einträge im Browser können eine Redirect-Schleife vortäuschen, die auf dem Server längst behoben ist. Besonders nach einem Umzug speichern Cookies häufig noch die alte Redirect-Information.
Drei schnelle Tests, die keine Minute dauern:
- Inkognito-Modus öffnen (Strg+Shift+N in Chrome, Strg+Shift+P in Firefox) – hier werden keine gespeicherten Cookies verwendet. Wenn die Seite im Inkognito-Modus funktioniert, liegt das Problem im Browser-Cache.
- Cookies der Domain löschen: Gehen Sie in die Browser-Einstellungen → Datenschutz → Cookies → suchen Sie nach Ihrer Domain → löschen. Alternativ in Chrome: Klicken Sie auf das Symbol links neben der URL (Schieberegler-Icon) → „Cookies und Websitedaten“ → „Verwalten“.
- Zweites Gerät testen: Rufen Sie die URL auf Ihrem Smartphone über mobile Daten auf (nicht WLAN). So schließen Sie lokale Netzwerk-Caches aus.
Wenn die Seite im Inkognito-Modus oder auf einem anderen Gerät ebenfalls die Weiterleitungsschleife zeigt, liegt das Problem tatsächlich auf dem Server. Dann weiter mit den nächsten Schritten.
Die 5 häufigsten Ursachen für Redirect-Schleifen nach dem Umzug
💡 Tipp: Prüfen Sie die .htaccess zuerst. In meiner Erfahrung mit Website-Umzügen steckt die Ursache in etwa 80 % der Fälle in widersprüchlichen Weiterleitungsregeln in der .htaccess-Datei. Beginnen Sie dort – die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie das Problem direkt finden.
Ursache 1: HTTP/HTTPS-Konflikt in der .htaccess
Das klassische Szenario: Die .htaccess enthält eine Regel, die alle HTTP-Anfragen auf HTTPS weiterleitet. Gleichzeitig erzwingt der neue Hoster serverseitig ebenfalls HTTPS. Das Ergebnis: Der Server leitet auf HTTPS weiter, die .htaccess leitet nochmal weiter – eine Endlosschleife.
Besonders tückisch: Bei manchen Hostern läuft ein Reverse Proxy vor dem Webserver. Der Proxy terminiert SSL und leitet die Anfrage intern als HTTP an den Webserver weiter. Die .htaccess sieht also immer HTTP – und leitet immer wieder auf HTTPS um.
Lösung: Prüfen Sie, ob Ihr Hoster HTTPS auf Server-Ebene erzwingt. Wenn ja, entfernen Sie die HTTPS-Weiterleitung aus der .htaccess. Falls Ihr Hoster einen Proxy nutzt, ergänzen Sie zusätzlich zu %{HTTPS} die Prüfung auf den Header X-Forwarded-Proto:
RewriteCond %{HTTP:X-Forwarded-Proto} !https
RewriteCond %{HTTPS} off
RewriteRule (.*) https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [L,R=301]
Ursache 2: www/non-www-Konflikt
Ihre .htaccess leitet von www.example.de auf example.de weiter – aber der neue Server ist so konfiguriert, dass er umgekehrt example.de auf www.example.de weiterleitet. Jede Seite wird endlos zwischen den beiden Varianten hin- und hergeschoben.
Lösung: Entscheiden Sie sich für eine Variante (www oder non-www) und stellen Sie sicher, dass .htaccess und Server-Konfiguration übereinstimmen. Entfernen Sie widersprüchliche Regeln. Die saubere Lösung zeige ich im nächsten Abschnitt.
Ursache 3: CMS-Konfiguration zeigt auf die alte Domain
Bei WordPress sind die Felder „WordPress-Adresse (URL)“ und „Website-Adresse (URL)“ in der Datenbank gespeichert (wp_options-Tabelle, Einträge siteurl und home). Wenn diese nach dem Umzug noch auf die alte Domain zeigen, entsteht eine Weiterleitung zur alten Adresse – die wiederum auf die neue weiterleitet.
Bei Joomla liegt die URL in der Datei configuration.php (Variable $live_site). Bei TYPO3 ab Version 9 wird die Site-URL in config/sites/[identifier]/config.yaml konfiguriert (Feld base).
Lösung für WordPress: Überschreiben Sie die URLs über die wp-config.php – das wirkt sofort, ohne dass Sie sich ins Backend einloggen müssen:
define('WP_HOME', 'https://neue-domain.de');
define('WP_SITEURL', 'https://neue-domain.de');
Nach der Korrektur können Sie die Zeilen später wieder entfernen und die URLs über das WordPress-Backend unter „Einstellungen → Allgemein“ dauerhaft setzen.
Ursache 4: Cloudflare SSL-Modus falsch konfiguriert
Wenn Sie Cloudflare als CDN oder DNS-Proxy nutzen, kann der SSL-Modus „Flexible“ einen Redirect Loop auslösen. Im Flexible-Modus stellt Cloudflare die Verbindung zum Besucher über HTTPS her, kommuniziert mit Ihrem Server aber über HTTP. Wenn Ihr Server dann eine eigene HTTPS-Weiterleitung hat, entsteht die Schleife: Cloudflare sendet HTTP → Server leitet auf HTTPS um → Cloudflare sendet wieder HTTP → endlos.
Lösung: Ändern Sie den SSL-Modus in Cloudflare auf „Full“ oder besser „Full (Strict)“. Dann kommuniziert Cloudflare über HTTPS mit Ihrem Server und die Schleife wird unterbrochen. Cloudflare selbst empfiehlt „Full (Strict)“ als Standard für alle Websites mit eigenem SSL-Zertifikat.
Ursache 5: Veraltete Redirect-Plugins mit widersprüchlichen Regeln
Redirect-Plugins wie „Redirection“, „Safe Redirect Manager“ oder „301 Redirects“ in WordPress speichern Weiterleitungsregeln in der Datenbank. Nach dem Umzug auf eine neue Domain enthalten diese häufig noch Regeln mit der alten URL. Das kann zu Schleifen führen – besonders wenn gleichzeitig auch die .htaccess eigene Weiterleitungen enthält.
Lösung: Deaktivieren Sie vorübergehend alle Redirect-Plugins (per FTP den Plugin-Ordner umbenennen, z. B. redirection → redirection_disabled). Wenn die Schleife verschwindet, prüfen Sie die Plugin-Regeln und aktualisieren Sie die alten Domain-Einträge.
Die .htaccess richtig konfigurieren nach dem Umzug
Der häufigste Fehler: Zwei separate Weiterleitungsregeln – eine für HTTPS und eine für www/non-www. Das erzeugt im schlimmsten Fall eine Weiterleitungskette (erst HTTP → HTTPS, dann non-www → www) oder sogar eine Schleife. Die Lösung ist eine einzige Regel, die beides gleichzeitig prüft und in einem Schritt weiterleitet.
Die saubere Lösung – HTTPS + non-www in einer Regel:
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} off [OR]
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www\.example\.de [NC]
RewriteRule (.*) https://example.de/$1 [L,R=301]
</IfModule>
Ersetzen Sie example.de durch Ihre Domain. Die Regel prüft beide Bedingungen mit [OR] und feuert genau einen 301-Redirect. Das Flag [L] stoppt die weitere Verarbeitung.
Wenn Sie www bevorzugen (statt non-www), drehen Sie die Logik einfach um:
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} off [OR]
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\. [NC]
RewriteRule (.*) https://www.example.de/$1 [L,R=301]
</IfModule>
Wichtig bei WordPress: Platzieren Sie diese Regel vor dem WordPress-eigenen Block (# BEGIN WordPress). WordPress schreibt den Bereich zwischen # BEGIN und # END WordPress regelmäßig neu. Alles, was Sie dort einfügen, wird beim nächsten Permalink-Speichern überschrieben.
Checkliste nach der .htaccess-Änderung:
- Nur eine HTTPS-Weiterleitung (nicht .htaccess + Hoster-Panel gleichzeitig)
- Nur eine www/non-www-Regel (nicht .htaccess + DNS gleichzeitig)
- Domain-Name stimmt exakt (überprüfen Sie Tippfehler!)
[L,R=301]am Ende der RewriteRule (nicht[R=302]– 302 signalisiert einen temporären Redirect und wird von Suchmaschinen anders behandelt als 301)- Keine doppelten
RewriteEngine On-Einträge
Falls nach der .htaccess-Änderung statt der Redirect-Schleife ein 500 Internal Server Error erscheint, liegt vermutlich ein Syntaxfehler vor. In dem Fall hilft mein Artikel 500 Error nach .htaccess-Änderung beheben.
Redirect-Schleife prüfen: Tools und Entwicklertools
Bevor Sie Änderungen vornehmen, sollten Sie nachvollziehen, welche Weiterleitung die Schleife verursacht. Dafür gibt es zwei Wege:
Die Browser-Entwicklertools (kostenlos, sofort verfügbar)
Drücken Sie F12 im Browser und wechseln Sie zum Netzwerk-Tab. Laden Sie die Seite neu. Jetzt sehen Sie jede einzelne Weiterleitung als eigene Zeile – mit Statuscode (301 oder 302) und der Ziel-URL. So erkennen Sie genau, wo die Schleife beginnt: Zwischen HTTP und HTTPS? Zwischen www und non-www? Zwischen zwei verschiedenen URLs?
Online-Redirect-Checker
Wenn Sie die Weiterleitung von außen testen möchten (ohne Ihren eigenen Cache zu beeinflussen), helfen diese Tools:
- httpstatus.io – zeigt jeden Redirect-Hop mit Statuscode und Latenz, auch Bulk-Prüfung möglich
- redirect-checker.org – visualisiert die Redirect-Kette und erkennt Schleifen automatisch
Wichtig: Diese Tools prüfen nur serverseitige Redirects (301/302). Client-seitige Weiterleitungen über JavaScript (window.location.href) oder Meta-Refresh-Tags werden nicht erkannt. Für diese benötigen Sie die Browser-Entwicklertools.
Wann Sie professionelle Hilfe brauchen
Die meisten Weiterleitungsschleifen lassen sich mit den oben beschriebenen Schritten selbst beheben. Es gibt aber Situationen, in denen die Ursache tiefer liegt:
- Reverse Proxy oder Load Balancer: Wenn zwischen Browser und Webserver mehrere Schichten liegen, können Redirect-Konflikte auf Ebenen entstehen, die Sie über .htaccess nicht erreichen.
- Komplexe Plugin-Interaktionen: Mehrere WordPress-Plugins, die gleichzeitig Redirects verwalten (z. B. SEO-Plugin + Security-Plugin + Redirect-Plugin), können sich gegenseitig überschreiben.
- Server-Konfiguration (nginx/Apache): Wenn die Weiterleitung nicht in der .htaccess liegt, sondern in der Server-Konfiguration (z. B.
nginx.confoder Apache Virtual Hosts), benötigen Sie Root-Zugang. - Die Schleife besteht nach allen Maßnahmen weiter: Wenn Sie alle fünf Ursachen geprüft haben und der Fehler bleibt, gibt es vermutlich eine seltene Ursache (z. B. DNS-CNAME-Kette, die auf die falsche IP zeigt, oder ein ausgefallener Domain-Redirect beim Registrar).
In diesen Fällen finde ich die Ursache in der Regel innerhalb weniger Stunden. Auf meiner Seite Website reparieren finden Sie alle Details zu meinem Reparatur-Service – inklusive kostenloser Ersteinschätzung.
Häufig gestellte Fragen zu Redirect-Schleifen
Die Meldung bedeutet wörtlich „too many redirects“: Ihr Browser hat eine Endlos-Weiterleitung erkannt. Die Website leitet immer wieder auf sich selbst weiter, ohne jemals eine Seite anzuzeigen. Die gängigen Browser brechen nach etwa 20 Weiterleitungen ab. Das Problem liegt in den meisten Fällen auf dem Server – manchmal können aber auch veraltete Cookies im Browser die Ursache sein (siehe Abschnitt „Erste Hilfe“).
Manchmal ja – besonders wenn Sie kurz vorher noch die alte Website besucht haben. Veraltete Cookies können eine Redirect-Schleife vortäuschen, die auf dem Server bereits behoben ist. Testen Sie im Inkognito-Modus: Wenn das Problem dort verschwindet, reicht es, die Cookies und den Cache für Ihre Domain zu löschen.
Nutzen Sie die Entwicklertools Ihres Browsers (F12 → Netzwerk-Tab). Dort sehen Sie jede einzelne Weiterleitung mit Statuscode (301/302) und Ziel-URL. So erkennen Sie, wo die Schleife entsteht – ob zwischen HTTP und HTTPS, zwischen www und non-www, oder zwischen zwei verschiedenen Domains. Online-Tools wie httpstatus.io zeigen dasselbe von außen.
Ja, häufig sogar. Wenn Cloudflare auf „Flexible SSL“ steht, kommuniziert es mit Ihrem Server über HTTP. Hat Ihr Server eine eigene HTTPS-Weiterleitung, entsteht eine Schleife. Lösung: SSL-Modus in Cloudflare auf „Full“ oder „Full (Strict)“ ändern – dann läuft die Kommunikation durchgehend über HTTPS.
Vorübergehend ja. Wenn der Googlebot Ihre Seite nicht mehr erreichen kann, werden die betroffenen URLs nach einiger Zeit deindexiert. Nach der Behebung erholen sich die Rankings in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen. Je schneller Sie das Problem lösen, desto geringer ist die Auswirkung auf Ihre Sichtbarkeit.
Eine Redirect-Schleife beschädigt keine Daten und ist kein Sicherheitsrisiko. Sie verhindert aber, dass Besucher und Suchmaschinen Ihre Website erreichen können. Solange der Fehler besteht, ist Ihre Website effektiv offline. Die gute Nachricht: Sobald Sie die Ursache beheben, ist die Website sofort wieder verfügbar – ohne Datenverlust.
Redirect-Schleife trotz aller Versuche nicht gelöst?
Ich finde die Ursache und behebe den Fehler – meistens innerhalb weniger Stunden. Schreiben Sie mir, und ich gebe Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung mit verbindlichem Festpreis.
⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle technische Beratung. Bei komplexen Server-Konfigurationen empfehle ich, einen Fachmann hinzuzuziehen.