Fehler finden statt im Dunkeln tappen
Ihre WordPress-Website zeigt einen Fehler, aber Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Das Error-Log ist Ihre wichtigste Informationsquelle bei der Fehlersuche. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie den Debug-Modus aktivieren, wo Sie das PHP-Fehlerprotokoll finden und wie Sie die kryptischen Fehlermeldungen richtig interpretieren. Mit diesem Wissen diagnostizieren Sie Probleme wie ein Profi.
Was sind Error-Logs und warum sind sie wichtig?
Ein WordPress Error-Log (Fehlerprotokoll) ist eine Textdatei, in der Ihr Server jeden PHP-Fehler dokumentiert, der bei der Ausführung von Code auftritt. Stellen Sie es sich wie ein Bordbuch vor: Jeder Fehler wird mit Datum, Uhrzeit und genauer Beschreibung festgehalten. Für die WordPress-Fehlersuche ist das Gold wert, denn anstatt zu raten, erfahren Sie exakt, welche Datei in welcher Zeile ein Problem verursacht.
Standardmäßig unterdrückt WordPress Fehlermeldungen auf der Website. Das ist sinnvoll, weil Besucher keine technischen Details sehen sollen. Der Nachteil: Wenn etwas schiefgeht, sehen Sie oft nur eine weiße Seite oder eine allgemeine Fehlermeldung wie den 500 Internal Server Error. Das eigentliche Problem bleibt verborgen. Das WordPress Error-Log enthält die versteckten Details.
- Präzise Fehlerortung: Sie erfahren die exakte Datei und Zeilennummer, wo der Fehler auftritt.
- Ursachenanalyse: Die Fehlermeldung gibt Hinweise auf die Art des Problems (Speicher, Syntax, Kompatibilität).
- Zeitliche Zuordnung: Timestamps zeigen, wann Fehler auftreten, was bei sporadischen Problemen hilft.
- Professionelle Kommunikation: Mit konkreten Log-Einträgen können Sie Entwickler oder Support effektiv informieren.
Wichtig: Bevor Sie mit der Fehlersuche beginnen und Änderungen vornehmen, sollten Sie ein Backup erstellen. So können Sie jederzeit zum Ausgangszustand zurückkehren.
WordPress Debug-Modus aktivieren (WP_DEBUG)
Der einfachste Weg, an Fehlerinformationen zu kommen, ist der WordPress-eigene Debug-Modus. Dafür bearbeiten Sie die Datei wp-config.php im Hauptverzeichnis Ihrer WordPress-Installation. Diese Datei erreichen Sie über FTP oder den Dateimanager Ihres Hosters.
⚡ Debug-Modus aktivieren: wp-config.php
Suchen Sie in der wp-config.php die Zeile define('WP_DEBUG', false); und ersetzen Sie sie durch:
// Debug-Modus aktivieren
define('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define('WP_DEBUG_DISPLAY', false);
Wichtig: Diese Zeilen müssen vor der Zeile /* That's all, stop editing! */ stehen.
Was bedeuten die einzelnen Konstanten?
- WP_DEBUG = true: Aktiviert den Debug-Modus. PHP-Fehler werden erfasst.
-
WP_DEBUG_LOG = true: Schreibt alle Fehler in die Datei
wp-content/debug.log. - WP_DEBUG_DISPLAY = false: Verhindert, dass Fehler auf der Website angezeigt werden. Wichtig für Live-Seiten.
Mit dieser WordPress-Debug-Konfiguration werden alle PHP-Fehler protokolliert, aber Ihre Besucher sehen nichts davon. Sie können die WordPress-Fehler in aller Ruhe in der Log-Datei analysieren.
⚠️ Debug-Modus nur temporär aktivieren
WP_DEBUG danach wieder auf false.
Wo finde ich die debug.log Datei?
Wenn Sie den Debug-Modus wie oben beschrieben aktiviert haben, schreibt WordPress alle Fehler in die Datei debug.log. Diese Datei finden Sie im Ordner wp-content Ihrer WordPress-Installation.
Pfad zur debug.log
Der vollständige Pfad lautet: /wp-content/debug.log
Um die Datei zu öffnen, haben Sie mehrere Möglichkeiten:
- FTP-Client: Verbinden Sie sich mit FileZilla oder einem anderen FTP-Programm und navigieren Sie zu wp-content.
- Dateimanager beim Hoster: Die meisten Hosting-Anbieter bieten einen webbasierten Dateimanager im Kundenbereich.
- Plugin: Es gibt Plugins wie "WP Debugging" oder "Debug Log Manager", die das Log direkt im Backend anzeigen.
Tipp: Wenn die Datei nicht existiert, wurde seit der Aktivierung des Debug-Modus noch kein Fehler protokolliert. Rufen Sie die Seite auf, die den Fehler verursacht, und prüfen Sie erneut.
PHP Error-Log beim Hoster finden
Neben dem WordPress-eigenen Debug-Log gibt es das PHP-Fehlerprotokoll Ihres Servers. Dieses Log erfasst alle PHP-Fehler, auch solche, die auftreten, bevor WordPress überhaupt geladen wird. Bei schwerwiegenden WordPress-Fehlern (z.B. wenn die wp-config.php selbst defekt ist) ist das Server-Log oft die einzige Informationsquelle.
Speicherort je nach Hosting-Anbieter
- cPanel: Anmelden, dann unter "Metriken" > "Fehler" oder "Logs" > "Error Log".
- Plesk: "Websites & Domains" > Ihre Domain auswählen > "Logs".
- All-Inkl: KAS-Kundenbereich > "Logfiles" im Seitenmenü.
- IONOS / 1&1: Hosting-Panel > "Websiteanalyse" oder "Logfiles".
- Strato: Kundenlogin > "Ihr Paket" > "Webspace" > "Logfiles".
Bei manchen Hostern liegt das PHP Error-Log auch als Datei im Hauptverzeichnis Ihres Webspaces. Typische Namen sind error_log, php_errors.log oder error.log. Bei Managed WordPress Hosting ist der Zugriff auf Logs oft im Dashboard integriert. Falls Sie die Datei nicht finden, fragen Sie beim Support Ihres Hosters nach.
💡 Tipp: Live-Log im Terminal
tail -f /pfad/zur/error.log werden neue Einträge sofort angezeigt, sobald sie geschrieben werden. Praktisch, wenn Sie einen Fehler reproduzieren und live sehen wollen, was passiert.
Error-Log Einträge lesen und verstehen
Auf den ersten Blick wirken Log-Einträge kryptisch. Wenn Sie jedoch wissen, wie sie aufgebaut sind, werden sie zu einer wertvollen Informationsquelle. Jeder Eintrag folgt einem ähnlichen Muster:
[17-Jan-2026 10:23:45 UTC] PHP Fatal error: Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted (tried to allocate 65536 bytes) in /home/user/public_html/wp-includes/class-wp-query.php on line 2175
Aufbau eines Log-Eintrags
- [17-Jan-2026 10:23:45 UTC]: Datum und Uhrzeit des Fehlers. Wichtig, um Zusammenhänge zu erkennen.
- PHP Fatal error: Der Fehlertyp. "Fatal" bedeutet, dass die Ausführung abgebrochen wurde.
- Allowed memory size exhausted: Die eigentliche Fehlerbeschreibung. Hier: Speicherlimit erreicht.
- in /home/.../class-wp-query.php: Der Dateipfad, in dem der Fehler auftrat.
- on line 2175: Die Zeilennummer. Hier beginnt die Detektivarbeit.
Häufige Fehlermeldungen und ihre Bedeutung
Bei meiner Arbeit mit WordPress-Websites begegnen mir bestimmte Fehlermeldungen immer wieder. Hier sind die häufigsten und was sie bedeuten:
1. Allowed memory size exhausted
PHP Fatal error: Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted
Bedeutung: Ein Script braucht mehr Arbeitsspeicher als erlaubt. Häufig bei WordPress-Plugins mit vielen Datenbankabfragen oder beim Import großer Dateien.
Lösung: Fügen Sie in der wp-config.php hinzu: define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M'); – reicht das nicht aus, können Sie auch 512M oder mehr versuchen.
2. Call to undefined function
PHP Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function get_header()
Bedeutung: Eine Funktion wird aufgerufen, die nicht existiert. Das passiert oft bei inkompatiblen PHP-Versionen oder wenn ein WordPress-Plugin eine andere Erweiterung voraussetzt.
Lösung: Prüfen Sie die PHP-Version in Ihrem Hosting-Panel. WordPress benötigt mindestens PHP 7.4, empfohlen ist PHP 8.3 oder höher für optimale Performance und Sicherheit. Möglicherweise ist ein Upgrade oder Downgrade der PHP-Version nötig.
3. Failed opening (include/require)
PHP Warning: include(): Failed opening 'path/to/file.php'
Bedeutung: Eine Datei konnte nicht gefunden oder geladen werden. Oft durch gelöschte Plugin-Dateien oder falsche Dateiberechtigungen.
Lösung: Prüfen Sie, ob die Datei existiert. Falls nicht, installieren Sie das betroffene Plugin neu.
4. Cannot redeclare
PHP Fatal error: Cannot redeclare function_name()
Bedeutung: Zwei Plugins oder ein Plugin und das Theme versuchen, dieselbe Funktion zu definieren. Ein klassischer Plugin-Konflikt. Solche Probleme treten häufig nach einem Plugin-Update auf.
Lösung: Deaktivieren Sie Plugins einzeln, um den Konflikt zu finden.
5. Syntax error, unexpected
PHP Parse error: syntax error, unexpected '}' in functions.php on line 42
Bedeutung: Ein PHP-Syntaxfehler im Code, oft nach manuellen Änderungen an WordPress-Theme-Dateien.
Lösung: Öffnen Sie die angegebene Datei und prüfen Sie die Zeile auf fehlende Klammern, Semikolons oder Anführungszeichen.
⚡ Weiterführend: 500 Error Ratgeber
Häufig gestellte Fragen
debug.log im Ordner wp-content Ihrer WordPress-Installation. Verbinden Sie sich per FTP oder nutzen Sie den Dateimanager Ihres Hosters, um auf die Datei zuzugreifen.wp-config.php im Hauptverzeichnis Ihrer WordPress-Installation und fügen Sie folgende Zeilen hinzu: define('WP_DEBUG', true); define('WP_DEBUG_LOG', true); define('WP_DEBUG_DISPLAY', false); Die letzte Zeile verhindert, dass Fehler auf der Website angezeigt werden.define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M'); hinzufügen. Bei Shared Hosting ist das Memory Limit oft begrenzt – Sie können eine Erhöhung anfragen, dies ist jedoch nicht immer möglich. In solchen Fällen kann ein Upgrade auf ein höheres Hosting-Paket nötig sein.error_log oder php_errors.log.false stehen. Der Debug-Modus kann Performance-Probleme verursachen und die Log-Datei kann schnell sehr groß werden. Aktivieren Sie ihn nur temporär zur Fehlersuche und deaktivieren Sie ihn danach wieder.⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Alle technischen Anleitungen erfolgen auf eigenes Risiko. Ich empfehle, vor Änderungen an der wp-config.php ein Backup anzulegen. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an einen Fachmann.
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