.htaccess bearbeitet, Website kaputt?
Sie haben die .htaccess bearbeitet und Ihre Seite geht nicht mehr? Stattdessen zeigt Ihre Website einen 500 Internal Server Error? Keine Panik. Die Support-Teams großer Hosting-Anbieter wie GoDaddy, SiteGround und Cloudways sind sich einig: Eine fehlerhafte .htaccess-Datei gehört zu den häufigsten Auslösern für den 500 Internal Server Error. Auch WPBeginner bestätigt aus jahrelanger Praxiserfahrung, dass eine beschädigte .htaccess die häufigste Ursache ist. Besonders bei WordPress-Websites ist das Risiko erhöht, da Plugins und Themes regelmäßig Änderungen an dieser zentralen Konfigurationsdatei vornehmen. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, warum die .htaccess Ihren Server lahmlegen kann, welche Fehler am häufigsten auftreten und wie Sie Ihre Website Schritt für Schritt wieder zum Laufen bringen. Für einen umfassenden Überblick über alle Ursachen des 500 Errors empfehle ich Ihnen meinen ausführlichen Ratgeber zum 500 Internal Server Error.
Warum Ihre Website nach der .htaccess-Änderung einen 500 Error zeigt
Die .htaccess ist eine Konfigurationsdatei für den Apache-Webserver. Das Besondere: Der Server liest diese Datei bei jedem einzelnen Seitenaufruf. Enthält sie auch nur einen kleinen Fehler, kann der Server die Anfrage nicht verarbeiten und antwortet mit einem 500 Internal Server Error. Im Gegensatz zu einem 404-Fehler (Seite nicht gefunden) oder einem 403-Fehler (Zugriff verweigert) bedeutet der 500 Error, dass der Server selbst an einer fehlerhaften Konfiguration scheitert.
Das passiert häufiger, als Sie denken. Typische Situationen, in denen die .htaccess zum Problem wird:
- Redirect-Regel eingerichtet: Sie wollten eine Weiterleitung einrichten und haben dabei einen Syntaxfehler eingebaut.
- Code aus dem Internet kopiert: Eine Anleitung aus einem Forum befolgt, aber der Code passt nicht zu Ihrer Server-Konfiguration.
- Passwortschutz aktiviert: Die Pfadangabe zum Passwort-File stimmt nicht oder die Direktive ist falsch geschrieben.
- Plugin hat die Datei verändert: Ein Sicherheits- oder Caching-Plugin hat automatisch Regeln eingefügt, die Ihr Server nicht unterstützt.
Die 5 häufigsten .htaccess-Fehler, die den 500 Error auslösen
Nicht jeder htaccess-Fehler ist gleich. In meiner Arbeit begegnen mir diese fünf Probleme immer wieder, wenn ein 500 Error nach einer .htaccess-Bearbeitung auftritt:
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Syntaxfehler: Tippfehler in Direktiven wie
RewriteRulstattRewriteRule, fehlendes Leerzeichen zwischen Parametern oder vergessene Anführungszeichen. Schon ein einziges falsches Zeichen reicht. - Falsches Dateiformat: Die .htaccess wurde mit Word oder einem Textverarbeitungsprogramm gespeichert, das unsichtbare BOM-Zeichen (Byte Order Mark) einfügt. Die Datei muss im reinen ASCII- oder UTF-8-Format ohne BOM vorliegen.
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Nicht unterstützte Direktiven: Befehle wie
php_flagoderphp_valuefunktionieren nur bei Apache mit mod_php. Bei FastCGI- oder PHP-FPM-Konfigurationen (die heute Standard sind) lösen sie sofort einen htaccess Internal Server Error aus. -
Falsche Pfadangaben: Bei
AuthUserFilemuss der absolute Serverpfad angegeben werden, nicht der relative. Auch eine falscheRewriteBaseführt zu Problemen. - Redirect-Endlosschleifen: Zwei Regeln, die sich gegenseitig weiterleiten, erzeugen eine Endlosschleife. Der Server erkennt das und bricht mit einem 500 Error ab.
💡 Wichtig: Immer Backup erstellen
.htaccess_backup um, bevor Sie Änderungen vornehmen. So können Sie im Fehlerfall sofort zum funktionierenden Zustand zurückkehren. Mehr zum Thema Datensicherung finden Sie in meiner Anleitung zum WordPress-Backup.
Schnellhilfe: .htaccess-Fehler in 3 Schritten beheben
Wenn Ihre Website nach einer .htaccess-Änderung nicht mehr funktioniert, gehen Sie systematisch vor. Mit diesen drei Schritten finden und beheben Sie den Syntaxfehler in den meisten Fällen innerhalb weniger Minuten:
Schritt 1: .htaccess per FTP umbenennen
Verbinden Sie sich per FTP mit Ihrem Server und navigieren Sie zum Hauptverzeichnis Ihrer Website. Benennen Sie die Datei .htaccess in .htaccess_backup um. Rufen Sie danach Ihre Website auf. Lädt sie wieder? Dann liegt der Fehler definitiv in der .htaccess-Datei. Zeigt sie weiterhin einen Fehler, ist die Ursache woanders, und Sie sollten im umfassenden Ratgeber zum 500 Error die weiteren Möglichkeiten prüfen.
Schritt 2: Fehlerhafte Zeile finden
Erstellen Sie eine neue, leere .htaccess-Datei und fügen Sie die Zeilen aus Ihrem Backup einzeln oder blockweise wieder ein. Testen Sie nach jeder Ergänzung, ob die Website noch funktioniert. Alternativ können Sie in der Backup-Datei einzelne Zeilen mit einem #-Zeichen auskommentieren und die Website jeweils neu laden. So isolieren Sie die fehlerhafte Direktive.
Schritt 3: Error-Log prüfen und Fehler korrigieren
Prüfen Sie das Error-Log Ihres Servers. Dort finden Sie die exakte Fehlermeldung mit der Zeilennummer, die das Problem verursacht. In meinem Artikel WordPress Error-Logs finden und verstehen erkläre ich Ihnen, wo Sie diese Logdateien finden und wie Sie die Einträge lesen. Korrigieren Sie die fehlerhafte Direktive oder entfernen Sie sie.
⚡ WordPress-Tipp: .htaccess automatisch neu erstellen
WordPress-Spezial: .htaccess zurücksetzen und neu erstellen
Wenn Sie eine WordPress-Website betreiben, generiert WordPress einen eigenen Block in der .htaccess-Datei. Dieser Standard-Code sieht so aus:
# BEGIN WordPress
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteRule .* - [E=HTTP_AUTHORIZATION:%{HTTP:Authorization}]
RewriteBase /
RewriteRule ^index\.php$ - [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L]
</IfModule>
# END WordPress
Wichtig: Wenn Sie eigene Regeln hinzufügen (Redirects, Sicherheitseinstellungen, Caching-Regeln), platzieren Sie diese immer vor dem Block # BEGIN WordPress. Regeln, die nach # END WordPress stehen, werden von WordPress beim nächsten Permalink-Speichern möglicherweise überschrieben.
Achten Sie auch darauf, welche Plugins Ihre .htaccess verändern. Sicherheits-Plugins, Caching-Plugins und Redirect-Plugins schreiben häufig eigene Regeln in die Datei. Wenn Sie nach der Aktivierung eines solchen Plugins einen 500 Error erhalten, deaktivieren Sie das Plugin per FTP (benennen Sie den Plugin-Ordner um) und prüfen Sie die .htaccess. In meinem Artikel über die weiße Seite nach Plugin-Updates finden Sie weitere Tipps zur Plugin-Fehlersuche.
So vermeiden Sie .htaccess-Fehler in Zukunft
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten verhindern Sie, dass eine Änderung an der Konfigurationsdatei Ihre Website erneut lahmlegt:
- Backup vor jeder Änderung: Laden Sie die aktuelle Datei herunter, bevor Sie etwas ändern. Im Ernstfall sind Sie in 30 Sekunden wieder online.
- Richtigen Texteditor verwenden: Nutzen Sie Notepad++, VS Code oder einen anderen Code-Editor. Verwenden Sie niemals Word, LibreOffice Writer oder andere Textverarbeitungsprogramme, die unsichtbare Formatierungen einfügen.
- Änderungen einzeln vornehmen: Fügen Sie neue Regeln nacheinander ein und testen Sie nach jeder Ergänzung. So finden Sie Fehler sofort, statt in einem Block aus 20 neuen Zeilen suchen zu müssen.
- Error-Log nach jeder Änderung prüfen: Das Error-Log verrät Ihnen sofort, ob eine Direktive Probleme verursacht, auch wenn die Seite noch funktioniert.
- PHP-Version aktuell halten: Nutzen Sie PHP 8.4 oder neuer. Veraltete PHP-Versionen sind nicht nur langsamer, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Prüfen Sie die Version in Ihrem Hosting-Panel.
- Bei Unsicherheit: Profi fragen: Wenn Sie sich bei einer Konfiguration nicht sicher sind, lassen Sie sich beraten, bevor Sie experimentieren.
Häufig gestellte Fragen
# BEGIN WordPress stehen, da WordPress diesen Bereich bei jeder Permalink-Aktualisierung überschreibt. Prüfen Sie außerdem, ob mod_rewrite auf Ihrem Server aktiviert ist.⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Alle technischen Anleitungen erfolgen auf eigenes Risiko. Erstellen Sie vor Änderungen an der Konfigurationsdatei immer ein Backup. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an einen Fachmann.
⚡ Weiterführende Artikel
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