Plugin aktualisiert, Website weg?
Sie haben gerade ein Plugin aktualisiert und plötzlich zeigt Ihre WordPress-Website nur noch eine weiße Seite? Keine Panik. Dieses Problem tritt häufiger auf, als Sie denken, und lässt sich in den meisten Fällen innerhalb weniger Minuten beheben. In diesem Artikel zeige ich Ihnen die schnellste Methode, das fehlerhafte Plugin zu identifizieren und Ihre Website wieder zum Laufen zu bringen.
Warum passiert das nach einem Plugin-Update?
Der sogenannte "White Screen of Death" nach einem Plugin-Update hat eine technische Ursache: Das aktualisierte Plugin enthält Code, der auf Ihrem System einen PHP-Fehler auslöst. Das kann verschiedene Gründe haben:
- PHP-Version inkompatibel: Das Plugin-Update nutzt Funktionen, die Ihre Server-PHP-Version nicht unterstützt. Besonders häufig bei Sprüngen zwischen PHP 7.x und PHP 8.x.
- WordPress-Version zu alt: Das Update setzt eine neuere WordPress-Version voraus als die, die Sie installiert haben.
- Konflikt mit anderem Plugin: Das Update kollidiert mit einem anderen Plugin, das ähnliche Funktionen nutzt oder dieselben Ressourcen anspricht.
- Fehlerhaftes Update: Manchmal veröffentlichen Entwickler versehentlich fehlerhafte Versionen, die in bestimmten Konfigurationen Probleme verursachen.
PHP unterdrückt auf den meisten Servern Fehlermeldungen aus Sicherheitsgründen. Statt einer hilfreichen Fehlermeldung sehen Sie deshalb nur das berüchtigte Weiß. Die gute Nachricht: Ihr Content, Ihre Einstellungen und Ihre Datenbank sind in aller Regel nicht betroffen. Trotzdem sollten Sie vor weiteren Schritten unbedingt ein Backup anlegen, um Datenverlust auszuschließen.
Gut zu wissen: Seit WordPress 5.2 gibt es einen Recovery-Modus. Wenn ein kritischer Fehler auftritt, sendet WordPress Ihnen automatisch eine E-Mail mit einem Link, über den Sie das fehlerhafte Plugin direkt deaktivieren können - ganz ohne FTP-Zugang. Prüfen Sie also zuerst Ihren Posteingang (auch den Spam-Ordner), bevor Sie zur FTP-Methode greifen.
Sofort-Maßnahme: Das Plugin per FTP deaktivieren
Da Sie nicht mehr ins Backend kommen, müssen Sie das fehlerhafte Plugin direkt auf dem Server deaktivieren. Dafür brauchen Sie FTP-Zugang zu Ihrem Webspace. Die meisten Hoster bieten auch einen Dateimanager im Hosting-Panel an.
⚡ Schnellanleitung in 4 Schritten
- Verbinden Sie sich per FTP oder Dateimanager mit Ihrem Webspace.
- Navigieren Sie zu:
wp-content/plugins/ - Benennen Sie den Ordner des zuletzt aktualisierten Plugins um (z.B. von
woocommercezuwoocommerce_deaktiviert). - Laden Sie Ihre Website neu. Wenn sie funktioniert, haben Sie den Übeltäter gefunden.
Sie wissen nicht, welches Plugin zuletzt aktualisiert wurde? Sortieren Sie die Plugin-Ordner nach Änderungsdatum. Der Ordner mit dem aktuellsten Datum ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Verursacher. Alternativ können Sie auch den gesamten plugins-Ordner umbenennen. WordPress deaktiviert dann alle Plugins auf einmal, und Sie können sie im Backend einzeln wieder aktivieren.
Eine ausführliche Anleitung mit allen Lösungswegen finden Sie im Ratgeber "WordPress weiße Seite beheben". Dort erkläre ich auch, wie Sie den Debug-Modus aktivieren, um die genaue Fehlermeldung zu sehen.
Wie finde ich heraus, was genau schiefgelaufen ist?
Nachdem Ihre Website wieder läuft, sollten Sie herausfinden, warum das Update fehlgeschlagen ist. Das hilft Ihnen, das Problem dauerhaft zu lösen und ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden.
Debug-Modus aktivieren
Öffnen Sie die Datei wp-config.php per FTP und ändern Sie die Zeile define('WP_DEBUG', false); zu define('WP_DEBUG', true);. Wenn Sie jetzt das fehlerhafte Plugin wieder aktivieren (Ordner zurück umbenennen), zeigt WordPress die genaue Fehlermeldung mit Dateiname und Zeilennummer. Notieren Sie sich diese Information, bevor Sie das Plugin wieder deaktivieren.
Typische Fehlermeldungen und ihre Bedeutung
- "Call to undefined function": Das Plugin nutzt eine PHP-Funktion, die auf Ihrem Server nicht existiert. Meist ein PHP-Versions-Problem.
-
"Allowed memory size exhausted": Das Plugin braucht mehr Arbeitsspeicher als erlaubt. Sie können das Limit in der wp-config.php erhöhen, indem Sie diese Zeile hinzufügen:
define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M'); - "Cannot redeclare": Zwei Plugins versuchen, dieselbe Funktion zu definieren. Ein Plugin-Konflikt.
⚠️ Debug-Modus danach wieder deaktivieren
WP_DEBUG nach der Fehleranalyse unbedingt wieder auf false. Der Debug-Modus zeigt technische Informationen, die Angreifer nutzen könnten. Auf einer Live-Website sollte er niemals dauerhaft aktiv sein.
Updates richtig durchführen: So vermeiden Sie das Problem
Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen können Sie das Risiko einer weißen Seite nach Plugin-Updates deutlich reduzieren. Diese Tipps spare ich mir selbst bei Kundenprojekten nicht:
- Backup vor jedem Update: Dauert keine 3 Minuten und kann Stunden an Reparaturarbeit ersparen. Plugins wie UpdraftPlus machen das automatisch.
- Staging-Umgebung nutzen: Viele Hoster bieten eine Staging-Funktion an. Dort können Sie Updates gefahrlos testen, bevor sie auf der Live-Seite landen.
- Changelogs lesen: Vor großen Updates einen Blick in die Änderungsnotizen werfen. Dort stehen oft Hinweise auf PHP-Mindestversionen oder bekannte Konflikte.
- Nicht alle Plugins gleichzeitig aktualisieren: Wenn Sie alle Plugins auf einmal updaten und danach ein Problem haben, wissen Sie nicht, welches Plugin schuld ist.
- PHP-Version prüfen: Bevor Sie auf eine neue Plugin-Version aktualisieren, prüfen Sie, ob Ihre Server-PHP-Version kompatibel ist.
💡 Automatische Updates: Ja oder Nein?
Wenn die Selbsthilfe nicht reicht
Nicht jedes Problem lässt sich mit den beschriebenen Schritten lösen. Manchmal steckt mehr dahinter: korrupte Datenbank-Einträge, tiefgreifende Plugin-Konflikte oder Serverprobleme. Wenn Sie nach 30 Minuten Troubleshooting nicht weiterkommen, ist es oft wirtschaftlicher, einen Profi zu beauftragen.
In komplexeren Fällen hilft es, das Theme zu prüfen (per FTP umbenennen), das PHP-Speicherlimit in der wp-config.php zu erhöhen oder die WordPress-Core-Dateien neu hochzuladen. Wenn Sie nach 30 Minuten Troubleshooting nicht weiterkommen, ist professionelle Hilfe oft die wirtschaftlichere Lösung.
⚠️ Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Beratung. Alle technischen Anleitungen erfolgen auf eigenes Risiko. Ich empfehle dringend, vor Änderungen an Ihrer WordPress-Installation ein vollständiges Backup anzulegen. Für Schäden, die durch die Anwendung der hier beschriebenen Methoden entstehen, übernehme ich keine Haftung.
Häufig gestellte Fragen
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