Sie ermitteln das Suchvolumen mit kostenlosen Tools und verstehen, was die Zahl wirklich bedeutet
Fast jeder schaut beim SEO zuerst auf das Suchvolumen – aber kaum jemand liest die Zahl richtig. Das ist der Fehler: Eine Spanne ist kein exakter Wert, Google Trends zeigt gar kein Volumen, und im KI-Zeitalter sagt die nackte Zahl ohnehin weniger aus als früher. Ich zeige Ihnen, mit welchen Tools Sie das Suchvolumen bei Google ermitteln, wie Sie es interpretieren – und am Ende meine ehrliche Einschätzung, wie viel es 2026 noch wert ist. Wer den ganzen Prozess sucht, findet hier die vollständige Keyword-Recherche.
💡 Definition: Suchvolumen
Was ist das Keyword-Suchvolumen?
Das Keyword-Suchvolumen ist die Anzahl der Suchen pro Monat für einen bestimmten Suchbegriff. Wichtig: Es zählt die Suchanfragen, nicht die suchenden Personen. Wer ein Keyword an einem Tag fünfmal eingibt, erzeugt fünf Suchanfragen. Die Frage „wie viele Suchen pro Monat hat ein Keyword“ zielt also auf Anfragen, nicht auf Köpfe.
Genauso entscheidend: Diese Zahl ist ein 12-Monats-Durchschnitt, kein Echtzeitwert. Die meisten Tools mitteln die monatlichen Suchen über ein Jahr. Eine starke Saison verschwindet so im Mittelwert. Das Suchvolumen ist damit eine Richtgröße für die Nachfrage – nützlich für die Einordnung, aber kein exakter Tageswert.
Tools für Suchvolumen-Daten
Sie brauchen kein teures Abo, um das Suchvolumen zu prüfen. Diese fünf Tools decken die meisten Fälle ab – jedes mit eigenen Stärken und einer eigenen Datenbasis. Welches die richtige Wahl ist, hängt davon ab, ob Sie kostenlos arbeiten oder exaktere Einzelschätzungen brauchen.
Google Keyword Planner
Das offizielle Google-Tool zeigt die durchschnittlichen Suchanfragen pro Monat aus Google-eigenen Daten. Kostenlos, aber ein Google Ads-Konto ist nötig. Ohne aktive Kampagne sehen Sie nur grobe Spannen.
Zum Keyword Planner →Google Trends
Google Trends zeigt kein absolutes Volumen, sondern relatives Suchinteresse auf einer Skala von 0 bis 100. Völlig kostenlos und ideal, um saisonale Schwankungen und steigende Themen zu erkennen.
Zu Google Trends →Sistrix
Sistrix liefert in der Regel exakte Volumen-Schätzungen statt einer Spanne, basierend auf zahlreichen Datenquellen und einem 12-Monats-Bezug. Teil der bezahlten Toolbox – die Zahlen messen Suchen, nicht Personen.
Zu Sistrix →Ubersuggest
Das Tool von Neil Patel zeigt Volumen, Nutzerabsicht und einen Schwierigkeitsgrad sowie KI-gestützte Keyword-Ideen. Eingeschränkt kostenlos nutzbar, daneben eine bezahlte Version mit einer Lifetime-Option.
Zu Ubersuggest →Seobility
Seobility ist ein Keyword-Tool mit Fokus auf Onpage- und Keyword-Optimierung; der Volumen-Umfang ist begrenzt. Die Basis ist dauerhaft kostenlos (5 Checks pro Tag), die Premium-Version gibt es ab 49,90 € pro Monat (zzgl. MwSt.).
Zu Seobility →Google Search Console
Wichtige Abgrenzung: Die Search Console zeigt Ihre eigenen Impressionen und Positionen, kein globales Marktvolumen. Kostenlos und nur für Keywords sinnvoll, für die Ihre Website bereits rankt.
Zur Search Console →Damit Sie auf einen Blick sehen, was jedes Tool wirklich liefert, habe ich die Fakten in einer Tabelle zusammengefasst. Sie zeigt, welches Tool echtes Volumen ausgibt, welches nur relative Werte liefert und wo eine Spanne statt einer exakten Zahl steht. Genau diese Unterschiede führen später zu den scheinbaren Widersprüchen zwischen den Tools.
| Tool | Zeigt echtes Volumen? | Kostenlos? | Exakt oder Spanne? | Datenquelle / Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Google Keyword Planner | Ja (Ø Suchanfragen/Monat) | Ja, aber Google Ads-Konto nötig | Spanne ohne aktive Kampagne; exakter mit Kampagne | Google-eigene Daten; Ø = 12-Monats-Durchschnitt; fasst ähnliche Keywords zusammen |
| Google Trends | Nein – relatives Interesse, kein Volumen | Ja, völlig kostenlos | Skala 0–100 (normalisiert) | Normalisiert; jeder Datenpunkt durch die Gesamtsuchen geteilt |
| Sistrix | Ja | Teil der bezahlten Toolbox | In der Regel exakte Schätzung (kein Band) | Daten aus zahlreichen Quellen; 12-Monats-Bezug; misst Suchen, nicht Personen |
| Ubersuggest | Ja (Volumen + Nutzerabsicht) | Eingeschränkt kostenlos + bezahlt (Lifetime-Option) | Exakte Schätzung | Neil Patel; Schwierigkeitsgrad, KI-Keyword-Ideen |
| Seobility | Keyword-Tool (Volumen begrenzt) | Basis dauerhaft kostenlos (5 Checks/Tag), Premium ab 49,90 €/Monat (zzgl. MwSt.) | Schätzung | Fokus eher Onpage / Keyword-Optimierung |
| Google Search Console | Zeigt eigene Impressionen/Position, kein globales Volumen | Ja, kostenlos | Reale eigene Daten (kein Marktvolumen) | Nur für bereits rankende eigene Keywords – wichtige Abgrenzung |
Google-Suchvolumen mit dem Keyword Planner abfragen
Der Google Keyword Planner ist die direkteste Quelle für das Google-Suchvolumen, weil er auf Google-eigenen Daten beruht. So ermitteln Sie das Suchvolumen Schritt für Schritt:
- Google Ads-Konto anlegen oder anmelden. Sie brauchen keine laufende Anzeige – ein kostenloses Konto genügt, um das Tool zu öffnen.
- Keyword Planner öffnen. Sie finden ihn im Google-Ads-Menü unter „Tools“ im Bereich Planung.
- „Suchvolumen und Prognosen abrufen“ wählen. Diese Option ist für die reine Volumen-Abfrage gedacht, nicht für neue Keyword-Ideen.
- Keyword oder Keywords eingeben. Tragen Sie einen oder mehrere Begriffe ein, getrennt durch Komma oder Zeilenumbruch.
- Region und Zeitraum wählen, dann ablesen. Stellen Sie das Land ein und lesen Sie die Spalte „Ø Suchanfragen pro Monat“ ab – das ist Ihr Suchvolumen.
Ein wichtiger Hinweis vorweg: Ohne aktive Anzeigenkampagne liefert der Planner nur grobe Bereiche statt exakter Zahlen. Warum das so ist und wie Sie damit umgehen, klären wir gleich im nächsten Abschnitt. Wer parallel sehen möchte, für welche Begriffe die eigene Seite schon auftaucht, nutzt zusätzlich die Daten in der Google Search Console.
Warum der Keyword Planner keine exakten Zahlen zeigt
Wer ein exaktes Suchvolumen ermitteln will, stößt im Keyword Planner schnell an eine Grenze: Statt „2.400“ steht dort „1.000–10.000“. Das ist kein Fehler, sondern Absicht. Google zeigt das volle Detail nur Konten mit laufender, ausreichend budgetierter Anzeigenkampagne. Für alle anderen bleibt es bei groben Richtgrößen.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Der Planner fasst ähnliche Keywords zu einer Gruppe zusammen. Begriffe mit nahezu gleicher Bedeutung landen im selben Topf und teilen sich eine gemeinsame Spanne. Das verzerrt das Bild, wenn Sie einzelne Varianten vergleichen wollen. Die Sistrix-FAQ beschreibt diese Mischung als „grobe und oft zusammengefasste Daten“.
Es gibt zwei Auswege. Erstens: Sie schalten eine aktive Kampagne, dann werden die Zahlen feiner. Zweitens: Sie ergänzen ein Dritttool mit eigener Schätzung, etwa Sistrix oder Ubersuggest, das einen einzelnen Wert ausgibt. Wie verlässlich Spannen sind, beschreibt auch die offizielle Hilfeseite zum Keyword Planner.
⚠️ Denkfehler: Spanne ≠ exakt
Google Trends – relatives Interesse, kein absolutes Volumen
Hier passiert der häufigste Denkfehler überhaupt: Viele lesen den Wert „100“ bei Google Trends als „100 Suchanfragen“ oder als Volumen. Das ist falsch. Google Trends zeigt kein absolutes Google-Suchvolumen, sondern relatives Suchinteresse auf einer normalisierten Skala von 0 bis 100.
„Normalisiert“ heißt: Jeder Datenpunkt wird durch die Gesamtzahl der Suchen geteilt und dann auf die Skala umgerechnet. Der Wert 100 markiert nur den Höchststand im gewählten Zeitraum und in der gewählten Region – nicht eine bestimmte Anzahl Suchanfragen. Zwei Begriffe mit völlig unterschiedlichem Volumen können so beide den Wert 100 erreichen. Trends ist deshalb perfekt für Saisonalität und Trend-Entwicklung, aber ungeeignet, um eine konkrete Zahl abzulesen. Die Details erklärt die Google-Trends-Hilfe.
⚠️ Denkfehler: Trends ≠ Volumen
Warum verschiedene Tools unterschiedliche Zahlen zeigen
Sie prüfen dasselbe Keyword in drei Tools und bekommen drei verschiedene Zahlen – das irritiert, ist aber normal. Der Grund liegt in den Datenquellen. Kein Tool außer Google selbst hat Zugriff auf die echten Suchzahlen, also modelliert jedes Tool das Volumen auf eigene Weise.
Verschiedene SEO-Tools zeigen unterschiedliche Suchvolumen, weil sie unterschiedliche Datenquellen mischen: Manche stützen sich auf die Daten des Keyword Planners, andere ergänzen Clickstream-Daten und schlüsseln zusammengefasste Keyword-Gruppen feiner auf.
Clickstream-Daten stammen aus anonymisiertem Surfverhalten echter Nutzer. Ein Tool wie Ahrefs beschreibt in seiner eigenen Methodik, dass es solche Daten nutzt, um die vom Keyword Planner zusammengefassten Cluster wieder zu „entgruppieren“ – also einzelnen Begriffen wieder eigene Werte zuzuordnen. Dazu kommt: Fast alle Tools rechnen mit einem 12-Monats-Durchschnitt, aber mit leicht unterschiedlichen Zeitfenstern und Modellen. Unterschiedliche Quellen plus unterschiedliche Modelle ergeben unterschiedliche Zahlen – ohne dass eines davon „falsch“ sein muss.
Suchvolumen richtig interpretieren
Eine Zahl allein sagt wenig. Erst die richtige Einordnung macht aus dem Suchvolumen eine Entscheidungsgrundlage. Vier Aspekte sind entscheidend. Erstens der 12-Monats-Durchschnitt: Der Wert glättet das ganze Jahr, Ausreißer verschwinden. Zweitens die Saisonalität – saisonale Schwankungen können den Durchschnitt stark verfälschen. Drittens die Trend-Entwicklung: Steigt oder fällt das Interesse? Und viertens die Frage exakt oder Spanne: Reden Sie über einen einzelnen Schätzwert oder über einen Bereich?
Ein Beispiel für Saisonalität: „Heizung warten“ hat im Sommer kaum Suchen und im Herbst sehr viele. Der 12-Monats-Durchschnitt zeigt einen mittleren Wert, der in keinem einzelnen Monat wirklich stimmt. Wer im September einen Artikel plant, sollte das wissen.
✓ Checkliste: Was sagt diese Zahl wirklich?
- Ist es eine Spanne oder ein exakter Wert?
- Ist es ein 12-Monats-Durchschnitt oder ein aktueller Wert?
- Ist die Zahl saisonal verzerrt (starke Schwankungen übers Jahr)?
- Sind ähnliche Keywords mit eingerechnet (zusammengefasster Cluster)?
- Ist die Zahl relativ (Google Trends) oder absolut (Volumen-Tool)?
📊 Beispielrechnung: ein Keyword in drei Quellen
- Google Keyword Planner: „10–100“ pro Monat – nur eine grobe Spanne, weil keine aktive Kampagne läuft.
- Google Trends: kein Volumen, nur ein Verlauf zwischen 0 und 100 – zeigt, dass das Interesse im Herbst steigt.
- Drittanbieter (z. B. Sistrix): exakte Schätzung von rund 40 Suchen pro Monat.
Kostenlos oder bezahlt? Und reicht das Suchvolumen allein?
Für die meisten KMU lässt sich das Suchvolumen kostenlos ermitteln. Die kostenlose Kombination ist: Google Keyword Planner (mit Ads-Konto, dafür Spannen) plus Google Trends für die zeitliche Einordnung. Dazu kommen kostenlose Volumen-Tools wie die Seobility-Basis oder die Freimenge von Ubersuggest. Bezahlte Tools wie Sistrix lohnen sich, wenn Sie regelmäßig exakte Einzelschätzungen statt Bereiche brauchen oder viele Keywords vergleichen.
Aber: Das Suchvolumen allein reicht nicht, um ein Keyword zu bewerten. Ein hohes Volumen nützt nichts, wenn Sie gegen starke Konkurrenz nie auf Seite 1 kommen. Zwei weitere Kennzahlen gehören dazu – die zweite Kennzahl neben dem Volumen ist die Keyword-Schwierigkeit (Keyword Difficulty), und genauso wichtig ist die Suchintention. Beides würde diesen Artikel sprengen: Keyword-Schwierigkeit und Suchintention erklären wir im Ratgeber zur Keyword-Recherche.
Meine Einschätzung: Was Suchvolumen im KI-Zeitalter noch taugt
Jetzt der Teil, den die meisten Tool-Anleitungen weglassen: meine ehrliche Meinung dazu, wie viel die Zahl 2026 überhaupt noch wert ist. Die Suche verändert sich gerade schneller als die meisten SEO-Ratgeber. Googles AI Overviews beantworten immer mehr Fragen direkt über den Ergebnissen, und ein wachsender Teil der Recherche passiert gar nicht mehr bei Google, sondern in KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity. Diese Suchen tauchen in keinem Keyword Planner auf.
Für die Praxis heißt das: Das gemeldete Suchvolumen übersetzt sich heute schlechter in echte Besucher als noch vor zwei Jahren. Wenn die KI die Antwort schon über dem ersten Treffer ausspielt, bekommt ein Keyword mit „1.000 Suchen“ womöglich nur einen Bruchteil davon als Klicks. Ich behandle das Volumen deshalb als das, was es ist: ein Nachfrage-Indikator, keine Besucher-Prognose.
Ein konkretes Beispiel aus genau diesem Projekt: Für die Recherche zu diesem Artikel habe ich auf Sistrix umgestellt. „suchvolumen google ermitteln“ hat dort gerade einmal 100 Suchen pro Monat bei einem Wettbewerb von 24 von 100 – eine Zahl, bei der viele sofort abwinken. Das ganze Themen-Cluster zusammen (ermitteln, prüfen, Tool, kostenlos …) kommt aber auf rund 550 Suchen im Monat. Genau so ein Keyword ist für ein KMU Gold: kleine Zahl, klare Absicht, machbarer Wettbewerb. Hätte ich nur auf die 100 geschaut, hätte ich es übersehen.
Mein Rat aus der Praxis: Jagen Sie nicht der größten Zahl hinterher. Für einen lokalen Betrieb sind 40 Suchen mit glasklarer Kaufabsicht mehr wert als 5.000 Suchen, bei denen Sie gegen die halbe Branche antreten. Und im KI-Zeitalter zählt zunehmend etwas anderes als die nackte Zahl: ob Ihr Inhalt die Frage hinter dem Keyword so vollständig und klar beantwortet, dass Google – und die KI-Suchen – ihn als Antwort auswählen. Genau danach baue ich Inhalte heute auf: erst die Frage verstehen, dann das Volumen einordnen, nie umgekehrt. Wie aus den richtigen Keywords dann Texte werden, die wirklich ranken, zeige ich im Ratgeber SEO-Texte schreiben.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 12 Minuten
Über den Autor
Häufig gestellte Fragen
Alles, was Sie wissen müssen
🎯 Das Wichtigste in Kürze
- Kein exakter Wert: Das echte Suchvolumen kennt nur Google. Lesen Sie die Zahl als Größenordnung, nicht als Punktwert – im Keyword Planner oft als Spanne.
- Trends ≠ Volumen: Google Trends zeigt relatives Interesse von 0 bis 100, kein absolutes Volumen. Nutzen Sie es für Saisonalität, nicht für konkrete Zahlen.
- Datenquelle beachten: Unterschiedliche Tools liefern unterschiedliche Werte, weil sie verschiedene Datenquellen mischen. Vergleichen Sie Keywords innerhalb desselben Tools.
- Im KI-Zeitalter: Behandeln Sie das Volumen als Nachfrage-Indikator, nicht als Besucher-Versprechen – AI Overviews und KI-Suchen fangen einen Teil der Klicks ab. Entscheidend ist, wie gut Sie die Frage hinter dem Keyword beantworten.
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